Essbare Deocreme, Schleifen und ein interaktiver Spielteppich: In der dritten Sendung der „Höhle der Löwen“ ist Vielfalt angesagt.

Von Julia Nikschick

Towell aus Hamburg

Lennart Rieper, Florian Goecke und Paul Dudda waren es leid. Ständig mussten sie Handtücher benutzen, die ihnen nicht gefielen. Also entwarfen Rieper und Goecke kurzerhand selbst eines. Die Produktdesigner erdachten ein Sporthandtuch, das dank eines Magneten nicht verrutscht und außerdem eine Tasche für Schlüssel und Handy beinhaltet. Zur Unterstützung im kaufmännischen Bereich holte das Duo schließlich den BWLer Dudda mit ins Boot. Mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne konnten sie sich bereits Bestellungen sichern. Für die nächsten Schritte in Entwicklung und Vertrieb benötigen die Hamburger Gründer 250.000 Euro und bieten dafür 20 Prozent Firmenanteile.

Reishunger aus Bremen

Diese beiden Gründer sind schon seit dem Studium heiß auf Reis. Vor sechs Jahren gründeten Torben Buttjer (31) und Sohrab Mohammad (32) ihre Firma Reishunger. Ihr Versprechen? „Wir machen jeden zum Reis-Fan“, sagt der gebürtige Bremer Buttjer. Doch können die Jungunternehmer die Löwen mit ihrem Webshop überzeugen? Dort verkaufen sie 22 verschiedene Reissorten aus 14 verschiedenen Ländern. Außerdem bieten sie ihren Kunden passende Kochutensilien und Rezepte. Bisher erzielt Reishunger rund 70 Prozent seines Umsatzes online, doch mit dem erhofften Investment von 450.000 Euro wollen sich Buttjer und Mohammad neue Märkte erschließen. Harte Verhandlungen sind programmiert, denn die Gründer wollen nur fünf Prozent ihrer Firmenanteile abgeben. Ist ihr Reis so heiß, wie Buttjer und Mohammad es sich erhoffen?

PonyHütchen aus der Schweiz

Ihre Produkte sind so natürlich, dass man sie ohne Bedenken essen könne, behauptet Hendrike Grubert – und gönnt sich einen Löffel ihrer hausgemachten Deocreme. Doch die gebürtige Berlinerin will mehr als nur die ungeteilte Aufmerksamkeit der fünf Löwen. Sie möchte für ihr Start-up PonyHütchen ein Investment von 50.000 Euro. Dafür bietet die 36-jährige Juristin zehn Prozent ihres Unternehmens. Mit ihrer veganen und handgemachten Kosmetik will die Wahl-Schweizerin vor allem Judith Williams überzeugen, die selbst eine Kosmetikmarke besitzt. Doch kann die Gründerin mit mehr aufwarten als der Essbarkeit ihrer Produkte?

Penta-sense aus Würselen

Randall Pitts und Philip Kirchhof wollen die Zahnpflege revolutionieren – und auch Kindern den Spaß an der Zahnhygiene nahe bringen. Pitts, gebürtiger Amerikaner und Vater von vier Kindern, entwickelte deshalb eine Lutschpastille mit Xylit – ein Zuckeraustauschstoff, der auch in Zahnpflege-Kaugummis steckt: „Wir wollen Karies verhindern, bevor es entsteht“, sagt Pitts. „Penta-Sense ist dafür eine einfache, effektive und nachhaltige Zahnpflegelösung.“

Mit diesem noblen Ziel wollen sich Pitts und Mit-Gründer Kirchhof bei den Löwen ein Investment von 150.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile sichern.

Schleifenparadies aus Portugal

Seit 2011 betreibt Gabriele Fritsche mit ihrem 26-jährigen Sohn Matthias das Schleifenparadies, einen Onlineshop für handgemachte Geschenkschleifen. Die Familie, die seit 25 Jahren in Portugal lebt, will damit eine echte Marktlücke entdeckt haben: „Im Einzelhandel gibt es so etwas nicht. Wir sind europaweit der einzige Shop, der sich auf handgemachte Geschenkschleifen spezialisiert hat.“ Damit haben sie immerhin schon Unternehmen wie Disneyland für sich gewonnen. Doch der Erfolg stellt die Gründer vor neue Herausforderungen, denn trotz schwarzer Zahlen fehlen Lagerfläche sowie Kapital zur Vorfinanzierung. Um das Familien-Start-up weiter voran zu bringen, benötigt das Schleifenparadies deshalb ein Investment von 150.000 Euro. Der Löwe erhält dafür zehn Prozent Firmenanteile. Welcher Löwe lässt sich einwickeln?

Teppino aus Witten/Hamm

Mit Teppino verbinden David Völker und Ansgar Messmer analoges Spielzeug mit der virtuellen Welt –bei einem Klassiker wie dem Spieleteppich. Die App Teppino ermöglicht es Kindern, rot markierte Punkte auf dem Teppich zu scannen und damit in die dargestellte Welt einzutauchen. Ein Teppich mit dem Thema Feuerwache führt Kinder beispielsweise in das Innere einer Wache. Audio-visuelle Wissenshäppchen und offene Spielanregungen sollen in das kreative Spiel einfließen und das klassische, haptische Spielen mit der neuen digitalen Welt verbinden. Seit Sommer 2015 arbeiten der 35-jährige Völker und der 29-jährige Messmer an ihrem Produkt, konnten bisher aber nur 900 Stück vertreiben. Das soll sich ändern. Mit dem Investment von 200 000.Euro will das Gründer-Duo seine Produktpalette ausbauen und damit auch die Verkaufszahlen in die Höhe treiben. Die Löwen wollen sie mit 15 Prozent Unternehmensanteilen auf ihre Spielwiese locken.