Die Plattform des Start-ups soll Mitarbeitern von überall den sicheren Zugang zum Firmen-Netzwerk ermöglichen. Zwei halbstaatliche Kapitalgeber stützen den Wachstumskurs.

In der vergangenen Woche traf es die Universität Gießen, aktuell ist die Webseite der Stadt Frankfurt nicht erreichbar. Immer wieder blockiert in den vergangenen Wochen eine Schadsoftware die IT von Einrichtungen und Unternehmen. Häufig arbeiten sich Angreifer dabei über E-Mails mit schädlichen Dateianhängen vor. Aber auch der Fernzugriff von Mitarbeitern auf den digitalen Arbeitsplatz gilt als ein Risikofaktor. Auf dem heimischen PC oder Smartphone wird die Anti-Virus-Software vielleicht nicht so oft aktualisiert wie in der Firma – und mit unbekannten Dateianhängen mag der Nutzer privat lässiger umgehen.

Start-ups wie DeviceTrust wollen sich als zusätzliche Absicherungsinstanz anbieten. Über die Plattform können IT-Abteilungen in Unternehmen festlegen, wer von welcher IP-Adresse zu welcher Zeit auf bestimmte Unternehmensressourcen zugreifen kann. „Unternehmen wollen und müssen ihren Mitarbeitern und externen Partnern einen digitalen Arbeitsplatz bereitstellen, der es ermöglicht flexibel und von überall produktiv zu arbeiten“, lässt sich DeviceTrust-Mitgründer Sascha Göckel in einer Pressemitteilung zitieren. „Jedoch müssen hierbei alle Anforderungen an die Sicherheit und Compliance und regulatorische Vorgaben eingehalten werden.“

Deutsche Security-Start-ups arbeiten sich vor

DeviceTrust kommt aus Darmstadt. Hier ist auch der mit Bundesmitteln geförderte Cybersecurity Hub beheimatet. Zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen in der Umgebung befassen sich mit dem Thema IT-Sicherheit. Doch auch anderswo sind Start-up mit einem Security-Fokus auf einem guten Weg: Hornetsecurity aus Hannover setzt vor allem auf die Absicherung von E-Mails. Crashtet Security sucht im Auftrag von Unternehmen nach möglichen Sicherheitslücken auf deren Webseiten. Und VMRay aus Bochum entwickelt eine Software, die Schädlinge erkennen soll, wenn sie trotz Sicherheitsmaßnahmen in ein Unternehmensnetzwerk eindringen.

Mit dem Fokus auf digitale Arbeitsplätze ist DeviceTrust nahe dran einem Trend im Unternehmensalltag. Mitarbeiter fordern häufig das mobile Arbeiten ein, um etwa auch Home-Office-Tage möglich zu machen. Zugleich sind viele Mitarbeiter im Außendienst ständig unterwegs – und nutzen immer mehr zentrale Softwareanwendungen auf ihren Geräten.

Mehr Nachfrage nach sicheren digitalen Arbeitsplätzen

Das begründet auch das Interesse von Investoren an dem Darmstädter Start-up. Der halbstaatliche Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF) beteiligt sich nun nach 2017 bereits zum zweiten Mal. Man sei überzeugt, „dass die Flexibilisierung der Arbeitswelt bei gleichzeitig hohen Sicherheitsstandards und Compliance-Anforderungen hohe Chancen für die Lösung“ des Start-ups biete, sagt HTGF-Partnerin Tanja Emmerling. Neu dazu kommt nun der Technologiefonds Hessen, hinter dem Gelder der Landesbank Hessen-Thüringen, der genossenschaftlichen DZ Bank sowie der staatlichen Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen stecken.

Mit dem frischen Kapital will DeviceTrust nun auch international wachsen. Man habe bereits Kunden aus verschiedenen Branchen und Größenklassen gewinnen können, heißt es vom Start-up. Das Investment solle nun „primär für den weiteren europäischen Ausbau unserer Vertriebs- und Marketingaktivitäten eingesetzt“ werden, sagt Göckel.