Magisches Denken

Ein solcher Hybrid-Denker oder T-shaped Charakter könnte auch Jan König sein. Zumindest ist er gelernter Design Thinker, genauer gesagt Absolvent des KIT-Studienmoduls. Und er ist Gründer. Und zwar von Hashtag Now, einer Plattform, die aktuelle Hashtags erläutert und vom Berliner Inkubator Project Flying Elefant gefördert wurde. Inwiefern Design Thinking beim Gründen geholfen hat? Das sei gar nicht so einfach zu sagen, berichtet König. „Ich habe mich vorher viel mit Lean Start-up beschäftigt und kann daher oft gar nicht sagen, was was ist, sondern picke mir immer raus, was gerade passt.“

Gemerkt hat der 26-Jährige auf jeden Fall, dass es schwierig ist, im Team mit typischen Design-Thinking-Buzzwords um sich zu werfen. Nutzerorientierung oder rasches Prototypen-Testen sei wichtig. Aber besser die ganzen Begriffe, die niemand verstehe, rauslassen, meint König. „Es hat ja ohnehin schon mal alles unter weniger fancy Bezeichnungen gegeben.“

Recht hat er. Das Spannende am Design Thinking sind daher weniger die einzelnen Bestandteile, sondern die Kombination. Aber selbst als solche ist die Methode kein Allheilsbringer. Alteingesessene Designer machen sich schon leicht über den Design-Thinking-Hype lustig. So versuchte auf der jüngsten Jahrestagung der Allianz deutscher Designer (AGD) der Vorsitzende, Andreas Jacob, die Anwesenden von der kreativen Kraft des Tarots zu überzeugen. Das ließe sich auch wunderbar als Design Thinking verkaufen, ulkte Jacob. Und der Verband kommentierte: „War einem der Kult ums Design Thinking nicht schon immer ein bisschen wie magisches Denken vorgekommen?“