Dadurch steigt nicht nur das Bruttoinlandsprodukt, sondern Brücker zufolge auch die Wahlfreiheit für den Konsumenten: Die Vielfalt des ganzen Angebotes habe sich enorm vergrößert und verändere dadurch auch die deutsche Kultur. „Ohne den Italiener an der Ecke können wir uns ein Leben in Deutschland eigentlich gar nicht mehr vorstellen.“

Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt beleben das Geschäft, darin sind sich die Experten einig. Die Idee einer Gründerschmiede findet Brücker deshalb gut. Er warnt aber vor zu viel Euphorie. Denn was passiert, wenn der Plan vom Start-Up nicht aufgeht? „Viele Migranten können sich so ein Scheitern gar nicht leisten“, sagt der Experte. Wenn dann die sozialstaatlichen Leistungen fehlen sollten, bedeute das im Ernstfall den Weg zurück ins Heimatland.

Laut der KfW-Studie ist ein Abbruch gar nicht so unwahrscheinlich. Bereits nach 12 Monaten bestehen rund 15 Prozent aller neugegründeten Unternehmen im Schnitt nicht mehr, nach drei Jahren sind es rund 30 Prozent – unter Migranten liegt die Abbruchquote sogar noch höher.

In der Frankfurter Falkstraße will daran noch keiner denken. Getrieben vom Wunsch, irgendwann der eigene Chef zu sein, arbeiten die jungen Leute weiter. „Ich möchte gründen, damit ich die Freiheit habe, meinen Arbeitstag selbst zu gestalten“, sagt Obretenov. „Es geht um die freie Entfaltung“, beschreibt es Serbes.