Förderprogramme mit Mentorensuche

Wer eine aufwendigere Bewerbung nicht scheut, kann auch außerhalb von Universitäten und Gründerzentren eine kostenlose Mentorenvermittlung bekommen. Gründerförderungen, die vom Bund, den Ländern oder Stiftungen unterstützt oder sogar organisiert werden, sind ebenfalls kostenlos – wie etwa das durch den Bund geförderte EXIST-Stipendium und auch solche Angebote sind vielfältig.

Eines davon bietet etwa die Wissensfabrik – ein gemeinnütziger Verein, der 2005 von neun deutschen Unternehmen darunter etwa BASF, Bosch und fischer gegründet wurde. Auch dort ist das Mentoring kostenlos. Es richtet sich speziell an Start-ups. Um einen Mentor vermittelt zu bekommen, müssen die Bewerber ein konkretes Businessmodell haben und ihren Mentoringbedarf beschreiben. Auf dieser Basis prüft die Wissensfabrik, ob sie einen geeigneten Mentor findet. Grundsätzlich gibt es keine begrenzten Kapazitäten – wer passt, bekommt also einen Platz im Mentoringprogramm. „Unser Ziel ist es, die nächste Generation an Gründern fit für die Zukunft zu machen und so die Wirtschaft des Standorts Deutschland zu stärken“, sagt Andrea Rotzler, Leiterin Unternehmertum der Wissensfabrik. Deshalb setze die Wissensfabrik dabei auf Vernetzung: Auch hier werden die Mentoren aus dem Umfeld des Vereins gesucht. Deshalb seien insbesondere technologieorientierte innovative Start-ups bei den Mentoren der Wissensfabrik gut aufgehoben, so Rotzler.

Mentoren im Inkubator

Wer Nestwärme sucht und finanzielles Backup schätzt, der kann auch innerhalb eines Inkubators Mentoring nutzen. Auch dort sind Mentoren Teil der Gründerförderung. Der Unterschied: Hier ist es meist keine Eins-zu-Eins-Betreuung, sondern in der Regel unterstützen mehrere Mentoren mehrere Start-ups, die im Inkubator ihre Geschäftsideen vorantreiben und die Mentoren sind meist auch Investoren – so wie etwa beim Berliner M Cube Incubator. „Wir übernehmen nur Mentorships bei Start-Ups, in die wir auch investiert haben – es gibt also ein klares intrinsisches Interesse“, sagt Geschäftsführer Jan Dzulko. Er ist aktuell Mentor von vier Start-Ups. „Praktisch betrachtet treffen wir uns zu regelmäßigen Jour Fixes, bei denen die CEOs aktiv mit ihren Anliegen und Fragen auf uns zukommen und wir die Kennzahlen der Unternehmen durchleuchten und aktuelle oder zukünftige Herausforderungen frühzeitig identifizieren.“ Mentoring ist aber auch für Dzulko vor allem wegen des Erfahrungsaustauschs und der Rückmeldung von Bedeutung: „Gründer bekommen selten Feedback. Gutes Mentoring zeigt Gründern ihre Schwächen auf, statt ihnen den Bauch zu pinseln. Es muss wehtun, damit die Gründer danach ihre Schwachstellen und Baustellen klar sehen. Nur so lässt sich das Entwicklungspotenzial von guten Ideen wirklich ausschöpfen.“