Der Mentor aus dem Uni-Netzwerk

Genau darauf hoffte auch der Berliner Jörg Schwarzrock, als er sich für ein Mentoring­programm entschied. Schwarzrock gründete mit einem Freund im Herbst 2014 das Start-up Store-Anything, mit dem sie das Self-Storage-Geschäft revolutionieren wollen. Die Idee zum eigenen Start-up wurde im Juli 2014 real, als Schwarzenrock und sein Mitgründer Anton Marintsev beschlossen, selbst zu gründen. Im September war es dann so weit und kurz danach wurden sie in das Gründerförderprogramm „profund“ der Freien Universität (FU) Berlin aufgenommen. Dort werden Studierende, Wissenschaftler und Alumni bis fünf Jahre nach Verlassen der FU bei der Unternehmensgründung unterstützt – und das kostenlos. Ein Teil des „profund“-Programms: Mentoring.

„Gerade in der Startphase ist es sehr wichtig die Motivation für den Gründungsprozess zu stärken“, erklärt Ulrike Ernst, zuständig für das „profund“-Start-up-Mentoringprogramm. „Es gibt immer hier und da Tiefpunkte, an denen Gründer verunsichert sind und da ist es Gold wert, wenn ihnen dann ein erfahrener Unternehmer zur Seite steht.“

Um passende Mentoren zu finden, greifen sie und ihr Team in der Regel auf den Alumnipool der FU Berlin oder der Charité zurück. Sollen neue Gründer ins Programm aufgenommen werden, geht die Suche nach passenden Mentoren los. Dann werden Mentees und die möglichen Mentoren zu eine Art Speed-Dating eingeladen. Hier können sich alle beschnuppern und am Ende schreibt jeder auf, mit wem eine Zusammenarbeit interessant wäre. So finden sich die Tandems und so lernten sich auch Neugründer Schwarzrock und sein heutiger Mentor Karsten Stein kennen. Mindestens alle zwei Wochen sprechen sie über die Entwicklung bei Schwarzrocks Start-up – in den letzten Wochen noch häufiger, denn seit Januar ist Store-Anything so richtig an den Start gegangen. „Karsten hat durch seine Erfahrung ganz handfeste Tipps für uns“, sagt Schwarzrock. Es sei sehr hilfreich, wenn man jemanden hat, der im Thema drin ist, aber nicht die übliche Betriebsblindheit hat. „Mit ihm können wir uns immer wieder kurzschließen und mögliche Kurskorrekturen besprechen“, so der Gründer. Das sei „Feedback auf höchstem Niveau“.

„Wir hoffen, dass die Gründer durch das Mentoring ihre Gründungsidee motivierter verfolgen können, Fragen beantwortet bekommen, die sie sonst niemandem stellen könnten oder viel Geld dafür zahlen müssten und dass der Markterfolg steigt“, so Ernst. Nach drei Jahrgängen und 20 Tandems würden sich diese Erwartungen bei „profund“ zumeist erfüllen. Ähnlich wie die FU Berlin bieten einige deutsche Universitäten vergleichbare, kostenlose Programme für die eigenen Studierenden oder Mitarbeiter an.