Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Denovomatrix, Richard Wetzel, Dejan Hušman und Christian Woiwod an. Ihr Start-up ermöglicht Therapiemöglichkeiten der Zukunft. Wie urteilt Investor Lars Hinrichs?

Eine halbe Minute mit Investor Lars Hinrichs im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben eine Technologie entwickelt, mit der sich Stammzellen in großen Mengen züchten lassen. Therapien, die mittels Stammzellen beispielsweise Blut-, Haut oder Augenkrankheiten heilen, ersetzen immer häufiger klassische Medikamente. Auch arbeiten Wissenschaftler daran, Organe aus den Zellen zu drucken. Allerdings war es bisher schwierig, die Zellen massenhaft in hoher Qualität zu züchten. Dieses Problem haben wir nun gelöst: Wir haben eine chemische Beschichtung für Laborbehältnisse entwickelt, welche die Umgebung nachbildet, in der Zellen im Körper wachsen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Unser Mitgründer Robert Wieduwild, der am Institut für Biochemie der Uni Leipzig arbeitet, hat die Technologie in jahrelanger Forschung ausgetüftelt.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen unsere Beschichtung schon jetzt an eine Reihe Forscher. Im zweiten Schritt werden wir sie dann Herstellern beispielsweise von Petrischalen anbieten, die die Behältnisse direkt damit ausstatten und liefern können.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … Apple ist ein gutes Vorbild: Auch wir wollen eine Technologie entwickeln, die elegant ist und einfach zu bedienen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind zwei Frauen und vier Männer, die meisten kommen aus Deutschland, außer Dejan, der halb Serbe, halb Kroate ist.

Was war euer größter Rückschlag?
Den erlebten wir, als wir neue Teammitglieder an Bord geholt haben. An den Punkt zu kommen, dass wir zusammen gut funktionieren, hat Monate gekostet – viel länger, als gedacht.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ermöglicht unser Produkt vielen Menschen, eine Therapie mit Stammzellen zu bekommen.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 10 Forschungsinstitute
Finanzierung: Gründungsförderung und Wagniskapital
Gründung: 2018 in Dresden
Mitarbeiter: 6

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 4/5

Urteil:  „Tolle Innovation. Für meine Kinder habe ich Stammzellen aus der Nabelschnur entnehmen lassen, Denovomatrix macht dies vielleicht überflüssig. Jetzt gilt es, schnell Kapital aufzunehmen, Mitarbeiter einzustellen und den Vertrieb zu pushen“
Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerkes Xing und Chef des Private-Equity-Fonds Cinco Capital

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