Das Berliner Start-up will zum zentralen Finanzplatz für Studierende und junge Akademiker werden. Unterstützung kommt von der Fintech-Schmiede Finleap.

Zumindest nach außen dreht sich bei DeineStudienfinanzierung noch alles um Bafög, Bildungsfonds und Studienkredit. So ist das Berliner Start-up vor mehr als zwei Jahren auf den Markt gegangen: Mit einer Online-Antragstrecke für den aufwendigen Bafög-Antrag. Per digitalem Fragebogen prüft eine Software den Anspruch auf Förderung und füllt anschließend die nötigen Formulare aus. Die Studierenden reichen online ihre Dokumente ein, und das Start-up bringt schließlich alles per Post auf den Weg zum Amt.

Der vereinfachte digitale Weg zur Studienfinanzierung soll erster Berührungspunkt mit potenziellen Kunden bleiben. Darüber hinaus verfolgt Gründer und CEO Bastian Krautwald aber größere Pläne. Künftig soll sich DeineStudienfinanzierung um alle Geldfragen junger Akademiker kümmern. Unterstützung leistet die Fintech-Holding Finleap mit einem Investment – und Zugang zu ihren Beteiligungen, darunter die Digitalbank Penta und der digitale Versicherungsmanager Clark.

Krautwald will das Wachstum mit Hilfe des Netzwerks ankurbeln: Zu den meisten Portfolio-Unternehmen bestehe bereits ein Kontakt, sagt der 24-Jährige im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. „Aber es gibt noch den einen oder anderen B2C-Anbieter, der mit seinen Produkten zu uns passen könnte.“

Korrigiertes Geschäftsmodell

Zu den Details des Investments sowie den konkreten Zukunftsplänen gibt sich das Start-up verschwiegen. Was der Gründer aber verrät: Mehr als 25 Partnerangebote seien über die reinen Finanzierungsprodukte hinaus bereits integriert – zum Beispiel Vermittlungsportale für Werkstudentenstellen, Praktika oder Gelegenheitsaufträge. In Zukunft könnten auch Konten oder Versicherungslösungen folgen. „Finleap unterstützt uns mit Know-how zu regulatorischen Fragen, die künftig auf uns zukommen“, sagt Krautwald, der DeineStudienfinanzierung mit David Meyer und Alexander Barge während des Studiums aufgebaut hat. Zehn Mitarbeiter beschäftigt die junge Firma aktuell. 

Ein Knackpunk war bisher das Geschäftsmodell, das das Fintech inzwischen überarbeitet hat. Von der ursprünglichen Antragsgebühr für Studierende verabschiedet sich das Start-up und verlangt nun von den Anbietern der Finanzprodukte Geld für die Nutzung des Portals. Mehrere Zehntausend Studierende zählen nach Firmenangaben zu den Nutzern.

An das Potenzial glauben einige Privatinvestoren, die als sogenannte Business Angels bereits mehrere Finanzierungsrunden für das Start-up gestemmt haben. Eine hohe sechsstellige Summe floss Ende 2018 an die Firma, wie das Handelsblatt berichtete. Beteiligt waren demzufolge unter anderem der Fintech-Gründer und Investor André Bajorat sowie Lucas von Cranach, Gründer und Geschäftsführer der Medienplattform Onefootball.

Umworbene Zielgruppe

Mit der neuen Finanzierung will Krautwald die Werbung in sozialen Medien vorantreiben. Auch sogenannte Influencer mit vielen Followern und damit großer Reichweite sollen dem Start-up zu größerer Bekanntheit unter jungen Akademikern verhelfen. Die Zielgruppe hat für die Finanzbranche hohen Stellenwert, wie Finleaps Managing Director und Chief Build Officer Florian Resatsch betont: „Das Studium ist oft der erste Moment, in dem sich junge Erwachsene stärker mit Finanzen auseinandersetzen. Hier werden Weichen für den zukünftigen Umgang mit finanziellen Produkten gestellt.” Wer verstehe, wie die sogenannte Generation Z ticke, werde ein entscheidender Game-Changer der Finanzindustrie sein, lässt sich Resatsch in einer Pressemitteilung zitieren.

Gegenüber Wettbewerbern wie meinBafög sieht sich das Berliner Fintech im Vorsprung. Und auch im Ausland sieht Krautwald vor allem mögliche Kooperationspartner entstehen: In Europa sowie in den USA beispielsweise Anbieter von Bildungsfonds mit einkommensabhängiger Rückzahlung. „Es kommen einige potenzielle Produktpartner auf den Markt, die wir gut integrieren können“, sagt der Gründer. Sein Expansionsplan könnte aufgehen – wenn es läuft, wie Finleap-Stratege Resatsch vermutet: „Nach dem Studium wird der Kunde nicht verschwinden, sondern weitere Angebote benötigen.“