Im Idealfall erzählt das Pitch-Deck eine Geschichte. Wo gibt es ein Problem und wie lässt es sich lösen? Welche Motivation treibt einen an? Wie groß ist der Markt und gibt es schon Konkurrenz? Bestehen bereits Lizenzen und Patente? Und wie will man sein eigenes Unternehmen bekannt machen? Das wichtigste aber ist das Team. „Keiner gibt einem Start-up Geld, wenn die Leute dahinter nicht 100 Prozent geben oder gar nicht wissen, was sie da eigentlich tun“, weiß Andersen aus Erfahrung.

Überzeugen kann man vor allem mit harten Fakten. Auch Dennis Konczak weiß das. Bevor er und seine Freunde sich um ein Exist-Gründerstipendium der Bundesregierung bewarben, arbeiteten sie an einem Prototypen, entwickelten eine App, starteten eine Webseite und kümmerten sich um die rechtlichen Rahmenbedingungen. So weit fortgeschritten, malt sich das Team gute Chancen aus, das Stipendium und damit insgesamt 125.000 Euro zu bekommen. Und selbst wenn nicht, bleibt Konczak optimistisch. „Dann suchen wir eben einfach weiter.“

Investoren nämlich gibt es genug. Acceleratoren, Inkubatoren, Company-Builder, Business Angels oder Venture Capital Gesellschaften – sie alle finanzieren bemerkenswerte Ideen von Gründern. Zwei von drei Start-ups brauchen dabei nicht mehr als 25.000 Euro Unterstützung, ergeben Untersuchungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). „Die meisten Gründer sind deshalb bei Business Angels sehr gut aufgehoben“, sagt Peter Siedlatzek, Wirtschaftsjurist und Sponsor des Tages.

5000 Euro für das eigene Unternehmen ist die Seltenheit

Business Angels sind vermögende Privatpersonen, die sich mit Kapital, Know-how und ihrem Netzwerk in junge und ihrer Ansicht nach wachstumsstarke Unternehmen einbringen. Allerdings meist nur für eine begrenzte Zeit und im Schnitt auch nur mit 100.000 Euro. Acceleratoren sind zwar mindestens ebenso begehrt, bieten aber in der Regel eher ein mentorengeführtes Programm mit begrenzter Laufzeit. „Wer in kurzer Zeit in einem Bootcamp zum Unternehmer gedrillt werden will, ist hier richtig“, sagt Siedlatzek.

Sabine Roeltgen beweist, dass es auch unkonventioneller geht. Weniger als 5000 Euro hat sie in ihr Unternehmen gesteckt, in dem sie jetzt seit einem Jahr Frauen in Sachen Vermögensanlage, Aktien und im Umgang mit Geld berät. Einen finanzstarken Investor hat sie nie gebraucht, auch einen professionellen Pitch hat sie nie gemacht.

Bis heute wächst Roeltgens Firma langsam, aber stetig. Sie hat keine Mitarbeiter, dafür begeisterte Kunden, wie sie sagt. Vier Mal im Jahr veranstaltet sie einen Abend namens „Wein & Wohlstand“ in einem Düsseldorfer Lokal, an dem sie mit Kundinnen über Aktien diskutiert. Werbung muss sie dafür kaum machen.