Der Unternehmer Stefan Quandt beteiligt sich am deutsch-amerikanischen Start-up Dedrone. Die Drohnen-Experten wollen zukünftig verstärkt in Europa wachsen.

Das deutsch-amerikanische Start-up Dedrone, das Drohnen-Warnsysteme zum Schutz von Unternehmen, Veranstaltungen und kritischen Infrastrukturen entwickelt, hat die Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Stefan Quandt als neuen Investor gewinnen können. AQTON Private Equity erwirbt einen Anteil von 10,15 Prozent am Stammkapital von Dedrone. Die genaue Investitionssumme wurde nicht bekannt gegeben.

Insgesamt flossen bereits rund 25 Millionen Euro Wagniskapital in das 2014 in Kassel gegründete Unternehmen, unter anderem von den Risikokapitalfirmen Target Partners aus München, Felicis Ventures und Menlo Ventures aus dem Silicon Valley sowie John Chambers, dem amerikanischen Unternehmer und ehemaligen Chairman von Cisco Systems.

Verstärkte Sales-und Marketingaktivitäten in Europa

Das Geld und das daraus resultierende internationale Investoren-Netzwerk sollen dazu genutzt werden, neben dem stärksten Markt USA auch in Europa intensiver Fuß fassen und wachsen zu können. “Hier sind für uns neben Deutschland, Österreich und der Schweiz zurzeit Großbritannien und Skandinavien besonders wichtig. Dort sind wir dabei unsere Sales-Teams zu verstärken und damit einhergehend auch unsere Marketingaktivitäten“, sagte Jörg Lamprecht auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Dedrone wurde 2014 vom studierten Mathematiker und Informatiker Jörg Lamprecht in Kassel gegründet. Vor Dedrone hat er bereits verschiedene Unternehmen aufgebaut, unter anderem das Softwareunternehmen Cobion, heute Teil von IBM, und Aibotix, einen Hersteller von professionellen Drohnen, heute Teil der Hexagon AG. 2016 verlegte Lamprecht den Hauptsitz des Start-ups in die USA, in der Erwartung dort  schneller an Risikokapital zu kommen – ein Plan, der aufging: „Im Silicon Valley herrscht eine andere Dynamik. Investoren handeln in der Regel schneller und investieren höhere Summen. Sie fragen nicht, wann sie ihr Geld zurück bekommen, sondern wann sie noch mehr investieren können. Es gibt außerdem viele erfolgreiche Gründer und Unternehmer, die Start-ups mit Know-how und Kontakten unterstützen.“ Dort traf er auch Stefan Quandt, der mit einer Delegation deutscher Unternehmer in Silicon Valley kam, um dort innovative Unternehmen zu besuchen.

Informationen zu Kunden bleiben größtenteils geheim

Dedrone hat zurzeit rund 70 Mitarbeiter, davon 45 in Kassel, wo sich nach wie vor die Entwicklung und Produktion befinden. Die von Dedrone entwickelte Technologie besteht aus einer intelligenten Software und verschiedenen Sensoren, insbesondere Funkfrequenz- und Videosensoren, die den Luftraum rund um die Uhr überwachen. Das System erkennt und ortet alle Arten von Drohnen automatisch, lokalisiert die Piloten, alarmiert die Sicherheitskräfte und aktiviert Schutz- und Abwehrmaßnahmen. Dabei gelingt es Drohnen automatisch von anderen fliegenden Objekten wie Vögeln oder Hubschraubern zu unterscheiden.