Gleiches gilt für schwarze Angestellte und Latinos. Selbst Branchenkenner müssen lange überlegen, bevor sie einen schwarzen CEO nennen können. Und laut Report verdienen weiße Angestellte, die als bestverdienende Angestelltengruppe gelten, zwischen 40.000 und 44.000 US-Dollar mehr als schwarze Mitarbeiter und Latinos, die am schlechtesten verdienende Arbeitergruppe im Valley. Damit ist die Ungleichheit bezogen auf die ethnische Herkunft im Silicon Valley deutlich höher als im Rest der USA, wo weiße Arbeiter nur rund 18.000 US-Dollar mehr verdienen.

Der stereotypische Silicon-Valley-CEO ist damit weiß, männlich und jung. Die Zahlen sprechen für sich: Für Twitter arbeiten 70 Prozent Männer und 30 Prozent Frauen, nur ein wenig besser sieht es bei Firmen wie Google und Facebook aus: In der Regel sind immer gut zwei Drittel männlich. Nur etwa jeder dritte Arbeitnehmer in diesen Firmen gehört einer anderen Ethnie an, die meisten davon sind asiatischer Abstammung. Bei Schwarzen und Latinos liegt der Anteil nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Sie sind jung, haben entweder ihr Studium abgebrochen oder einen Bestabschluss und sind wahre Techniknerds. So werden Start-Up-Gründer gerne beschrieben. Mythos oder Wahrheit? Für Elise Gould, Wirtschaftswissenschaftlerin am Institut für Wirtschaftspolitik, ist vor allem die Gehaltsveränderungen im Silicon Valley beunruhigend. Schaue man sich die Zahlen zwischen 2007 und 2013 an, sehe man, dass schwarze Bewohner des Valleys seit 2007 Gehaltskürzungen von bis zu 21 Prozent hinnehmen mussten, verglichen mit einem Rückgang von nur 4,9 Prozent in derselben Bevölkerungsgruppe im Rest des Landes.

Auch Latinos sind davon betroffen. Seit 2007 sind ihre Gehälter im Silicon Valley um rund 12 Prozent gesunken, im Rest der USA nur um 7,5 Prozent. Damit nicht genug: Weiße Angestellte konnten ihre Löhne dagegen um 0,2 Prozent steigern – die Gehaltsdifferenzen steigen.

„Die Erkenntnis, dass der Einkommensverlust für Schwarze und Latinos im Valley größer ist, als im Rest der USA, ist erschreckend“, meint Elise Gould. „Die Unterschiede zwischen ethischen Gruppen scheinen in dieser Region sehr viel stärker zu wachsen, als normal.“

Ob in Deutschland, USA oder China – Gründer sind der Treibstoff einer prosperierenden Ökonomie. Die vielversprechendsten Vordenker und Strippenzieher der deutschen Gründerszene im Überblick. Eine mögliche Lösung für dieses Problem wäre es laut Gould, den Niedriglohn-Angestellten die Organisation in Gewerkschaften und Gemeinschaften zu erleichtern, um ihre Löhne kollektiv zu verhandeln.

Die Ungleichheit zu verringern sei essentiell, um das Wirtschaftswachstum im Silicon Valley dauerhaft aufrecht zu erhalten. Doch es ist einfach, 4,1 Prozent mehr Arbeitsplätze zu feiern und sich auf 7,3 Milliarden Dollar Venture Capital Investitionen auszuruhen. Schwieriger ist es zu akzeptieren, dass das Durchschnittseinkommen im Valley noch immer niedriger ist, als vor der großen Rezession. „Das hat Auswirkungen nicht nur auf die Leute, die im Silicon Valley leben, sondern auch auf die vielen Unternehmen, die dort angesiedelt sind“, betont Gould. Kurz und gut: Es muss sich etwas ändern im „Tal der jungen weißen Männer“.