Das Unternehmen stellt Geräte her, mit denen sich einzelne Zellen isolieren lassen. Zu den Kunden gehören große Pharmakonzerne wie Bayer.

Die Geräte erinnern an Tintenstrahldrucker – doch statt im Büro kommen sie im Labor zum Einsatz: „Single-Cell Printer“ nennt das Freiburger Start-up Cytena seine Erfindung, die die Forschung an neuen Medikamenten und Behandlungsmethoden beschleunigen soll. Denn die Geräte ermöglichen es, einzelne Zellen zu isolieren, um diese genauer zu analysieren. „Mit dem Verfahren lösen wir Prozesse ab, die oft noch manuell ablaufen“, sagt Cytena-CFO Benjamin Steimle.

2014 aus dem Freiburger Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) ausgegründet, zählt das Start-up nach eigenen Angaben Pharmariesen wie Bayer, Novartis und GlaxoSmithKline zu seinen Kunden. Wie Steimle auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer sagte, schreibt das Unternehmen bereits schwarze Zahlen.

Dennoch hat das Start-up kürzlich bei Investoren – darunter dem halbstaatlichen High-Tech Gründerfonds (HTGF) – drei Millionen Euro eingesammelt. „Wir wollen die Produktentwicklung und den Vertrieb beschleunigen“, erklärt Steimle. Ein Grund dafür: der wachsende Wettbewerb. Auch andere Unternehmen wollen mit verschiedenen technologischen Verfahren die Zell-Isolation automatisieren.

Wachsende Produktpalette

Cytena wirbt damit, es Nutzern in Laboren besonders leicht zu machen. Zellflüssigkeiten, die analysiert werden sollen, kommen in eine Art Kartusche, die wiederum an das Laborgerät angebracht wird. Aus dem „Druckkopf“ tropft die Flüssigkeit heraus. Der Vorgang wird von Kameras überwacht. Wenn der Tropfen mehr als eine Zelle enthält, wird er abgesaugt, bevor er in den Probengehälter gelangt.

Durch die Verwendung von Einweg-Kartuschen soll zudem eine Verunreinigung vermieden werden. Mit dem Verfahren könne beispielsweise die Medikamenten-Forschung beschleunigt werden, so Steimle. Die Analysen dienten zudem als Grundlage für Therapieempfehlungen etwa bei Krebserkrankungen.

Den „Single Cell Printer“ gibt es inzwischen in vier Varianten. So hat das Start-up im vergangenen Jahr ein Gerät vorgestellt, dass besonders für die Analyse von Bakterien geeignet ist. Ein anderes bietet sich besonders dann an, wenn Forscher mit sogenannten fluoreszierenden Markern arbeiten. Die genauen Preise nennt Steimle nicht, sagt aber, ein Gerät sei in etwa so teuer wie „ein schönes Auto“.

Aktuell beschäftigt das Start-up 30 Mitarbeiter. Für den Auslandsvertrieb setzt das Unternehmen auf Vertriebspartner – in den USA beispielsweise ist das Molecular Devices. Produziert werden die „Drucker“ inzwischen bei Auftragsfertigern. Große Wachstumschancen sieht Steimle darin, zum einen das Geschäft mit großen Pharmakonzernen auszubauen. Zum anderen zielt Cytena verstärkt auf kleinere Dienstleister in der Branche. „Weltweit gibt es mehrere tausend Labore, die von unserer Technologie profitieren können“, sagt Steimle.