Ihre Plattform finanziert sich über Kommissionen dieser Unternehmen. Sprich: Wenn ich über Cuponation auf die Seite von Hellofresh oder Douglas komme und dort einen Kauf abschließe, kassieren Sie. Wie hoch liegt diese Summe prozentual?
Die Gebühr variiert je nach Partner und je nach Angebot. Im Schnitt liegt sie im einstelligen Prozentbereich.

Sie haben Ihr Geschäft in Indien gestartet und sind erst danach nach Deutschland gekommen. Warum haben Sie diese eher ungewöhnliche Reihenfolge gewählt?
Indien ist ein spannender Markt. Anders als in Deutschland fokussieren sich die Konsumenten dort noch stärker auf Discount. Hierzulande gab es aber auch eine Nachfrage, die wir ansprechen wollten. Als wir gesehen haben, dass das Geschäftsmodell trägt, haben wir uns entschieden, das Konzept von Cuponation auf Deutschland und andere Länder auszuweiten. Sparen ist ja ein internationales Bedürfnis.

Sie haben im Dezember eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Planen Sie mit dem frischen Kapital weitere Expansionen?
Wir werden uns sicher andere Märkte anschauen. Das Geld soll vor allem helfen, unser existierendes Geschäft zu stärken, wir wollen auch die IT-Systeminfrastruktur verbessern.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen?
Wir wollen unsere technologische Plattform ausbauen und die Webseite gerade im Hintergrund optimieren. Mit diesen Systemen können wir unser Marketing im Netz stark beeinflussen. Das ist ein extrem wichtiges Thema für uns, das einen großen Wettbewerbsvorteil bringen kann.

2015 haben Sie bereits einen Wettbewerber in den Niederlanden übernommen. Können Sie sich weitere Übernahmen vorstellen?
Ja, wir beschäftigen uns mit dem Thema. Es gibt aber keine konkreten Pläne.

„Solange der E-Commerce wächst, wachsen wir“

Die Konkurrenz ist groß, Plattformen wie Groupon straucheln bereits. Fürchten Sie das auch?
Nein, eher nicht. Groupon hat ein ganz anderes Geschäftsmodell. Zwar geht es bei beiden Konzepten ums Sparen, aber bei Groupon dreht sich das Modell um reduzierte Produkte von lokalen Anbietern. Bei uns hingegen finden sich große Spieler wie Zalando oder Amazon. Solange die Kunden bei ihnen kaufen, ist unser Geschäftsmodell valide.

Das heißt, Sie hängen von anderen Spielern ab?
Nein, das bedingt sich gegenseitig. Wir werden solange weiter wachsen, solange E-Commerce weiter wächst. Und je mehr Menschen online einkaufen, desto mehr Menschen werden auch online nach Rabatten suchen.

Die Kommissionen haben Ihnen 2014 einen Umsatz von vier Millionen Euro beschert. Allerdings schreibt Cuponation, wie viele Rocket-Start-ups, noch Verluste. Wann wird sich das ändern?
Wir beschäftigen uns mit dem Thema Profitabilität. Das ist ein Meilenstein, den wir vorantreiben wollen. Es gibt unterschiedliche Szenarien, aber sehr bald werden wir Gewinne schreiben.

Herr Fruth, vielen Dank für das Gespräch.