„Es ist wirklich viel Arbeit, wenn man mit Crowdfunding erfolgreich sein möchte“, sagt Harms. „Der Mythos, beim Crowdfunding gäbe es etwas umsonst, stimmt ganz und gar nicht.“ Wer am Ende wirklich seine Finanzierung mit einer Crowdfunding-Plattform stemmen will, der muss viel Zeit investieren. Es ist eben doch nicht leicht verdientes Geld beim Crowdfunding: „Mein Tipp, an alle, die es über Crowdfunding ernsthaft probieren wollen: Sie sollten sich in der Zeit nichts anderes vornehmen“, sagt Stüssel. Ein solches Projekt erfordere eine 24-Stunden-Begleitung.

„Schließlich will man allen potenziellen Unterstützern sofort auf Fragen antworten. Also auch gut überlegen, welche Plattformen man einspannt: Facebook, ein Blog oder Twitter. Alles kann helfen, ist aber auch zusätzliche Arbeit.“ Eine tolle Präsentation und ein gutes Netzwerk sind unverzichtbar für den Erfolg des Projekts. „Crowdfunder erzeugen bei der Crowd idealerweise einen Hype“, so Marketing-Experte Harms.

„Crowdfunding entspricht unserer Vorstellung von Nachhaltigkeit und es ist eine schöne Methode Geld zu verdienen und gleichzeitig die Menschen auf uns aufmerksam zu machen“, sagt Glemnitz von Bunte-Burger. Der direkte Kontakt zur Zielgruppe ist der nächste Effekt, den vor allem Stüssel schätzt: „Wir bekommen ungeschönte Kommentare zum Projekt und können auf die Vorschläge und Kritik der Crowd direkt reagieren und unser Angebot dadurch noch vor der Marktreife verbessern.“

Harms Lieblingsbeispiel für eine gute Crowdfunding-Idee: Stromberg. Eine Million Euro sammelten die Macher der TV-Serie 2011 bei Fans ein – und machten damit Crowdfunding in Deutschland bekannt. Die Macher der beliebten Serie tourten 2011 durch die Medien und stellten ihr Crowdinvesting-Projekt vor. Ihr Ziel: einen Stromberg-Kinofilm von der Masse finanzieren. Der Erfolg war überwältigend: In nur einer Woche kam die avisierte Summe von einer Million Euro zusammen.