Für alle Crowdfunding-Plattformen gilt: Wer Geld für ein Projekt gibt, bekommt auch etwas zurück. Beim Crowdinvesting wäre dies Geld, da sich die Unterstützer als kleine Anleger beteiligen. Beim klassischen Crowdfunding, das sich in Deutschland vor allem im Non-Profit-Bereich und für kreative Projekte den Weg bahnte, gibt es die sogenannten „Dankeschöns“.

Die „Bunte Burger“-Macher bieten da beispielsweise Gutscheine für ein Burger-Menü, Shirts oder – beispielsweise als Angebot für Firmen – eine Burgernamen-Patenschaft. Beim Berliner Schuh-Crowdfunding gab es für kleine Beträge Schnürsenkel oder Schuheinlagen und für die etwas größere Summe die ersten Schuhe aus der Produktion. Auch die Namensnennung auf einer Plakette, im Abspann eines „gecrowdfundeten“ Films, wie es zum Beispiel bei “Stromberg – der Film” möglich war oder eben das entstehende Produkt sind „Dankeschöns“, die Starter ihren potenziellen Geldgebern als Gegenleistung anbieten, und damit die Idee einer Spende erst zu „Crowdfunding“ werden lassen.

Sarah Pollinger und Paul Stüssel aus Berlin sind schon einen Schritt weiter. Sie haben ihr Geld für „Frei.Von“ schon zusammen: Im Januar durchbrachen sie kurz vor Ablauf der Frist die Fundingschwelle von 15.000 Euro. Sie wollen einen Schuh aus hochwertigem Kunstleder produzieren – frei von Leder und ohne Kinderarbeit. Ihr Schuh soll so nachhaltig wie möglich werden. Und auch bei ihnen war ein Video dabei: Darin stellen Pollinger und Stüssel persönlich ihre Idee vor und perfektionieren das Werbefilmchen mit hübschen Zeichentrick-Animation. „Der Aufbau einer Community durch eine engagierte Werbung ist 90 Prozent des Wegs“, sagt Stüssel. „Wenn wir in Blogs oder Artikeln auftauchten, machte sich das immer schnell bemerkbar – durch Likes oder Unterstützer.“ 140 Investoren spendeten am Ende etwas weniger als 16.000 Euro.

„Für den Erfolg braucht man vor allem eine gute Idee, einen klaren Plan, ein gutes Video und eine gute Story, die klar durchdacht ist“, sagt Michel Harms, Gründer von crowdfunding.de. Er beschäftigt sich seit 2007 mit dem Online-Finanzierungskonzept. In Deutschland brachten es die Crowdfunding-Projekte zwischen Oktober 2013 und Oktober 2014 auf 9,6 Millionen Euro eingesammeltes Kapital, berichtet das Statistik-Portal Statista. Zum Vergleich: Bei der ersten Berechnung der Gesamtsumme deutscher Crowdfunding-Projekte im Zeitraum April 2010 und April 2011 vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom) kamen die Experten gerade einmal auf 208.000 Euro.