Wie Binder und Glemnitz machen es inzwischen viele deutsche Gründer. Im Herbst feiert die digitale Schwarmfinanzierung sogar ein kleines Jubiläum in Deutschland: Seit fünf Jahren gibt es dann das erste deutsche Crowdfunding-Portal. Seitdem zogen viele Investoren, auch durch eigene Plattformen, nach und halfen Gründern ungewöhnliche Ideen zu finanzieren. Das Konzept passt zum Social-Media-Geist dieser Tage: Wer beim Crowdfunding mitmischen will, meldet sich bei einer der mittlerweile zahlreichen Plattformen im Internet an, stellt sein Projekt ein – und wartet auf Investoren.

Auch das Kölner Projekt „Bunte Burger“ setzt beim deutschen Crowdfunding-Portal Startnext auf ein qualitativ hochwertiges und sympathisches Video – damit wollen die ehemaligen Manager ihr Ziel erreichen. Im September 2010 startete mit Startnext die erste deutsche Crowdfunding-Plattform in der Bundesrepublik. Damals lag der Ursprung dieser Idee schon zehn Jahre zurück: Als Pionier der Schwarmfinanzierung gilt die US-amerikanische Plattform artistShare.com, deren Ziel es war Musiker dabei zu unterstützen mithilfe ihrer Fans ihr Album vor der Produktion bereits zu finanzieren. Dabei gaben die Fans finanzielle Unterstützung für ihre Lieblingsmusik und erhielten im Gegenzug bald einen neuen Tonträger, der unabhängig von der Musikindustrie finanziert und vermarktet werden konnte.

Jeder, der ein Projekt per Crowdfunding finanzieren lassen will, legt zu Beginn einen bestimmten Betrag fest, den er mit der Aktion erreichen möchte. Die Summe kann dazu dienen, das ganze Projekt zu finanzieren, ist aber oft eine weitere Finanzspritze, die für eine Teilfinanzierung notwendig ist. Die Projektlänge beträgt dabei je nach Plattform und eigenen Einstellungen zwischen 15 und 218 Tagen. Wer am Ende die Summe nicht vollständig zusammen bekommt, der erhält gar kein Geld – die Geldgeber bekommen ihren Anteil zurück.

Damit das nicht passiert, sollte die Idee möglichst genau vorgestellt werden. Mögliche „Supporter“ sollen Lust bekommen, genau diese Idee zu fördern. Kurze Texte, Fotos, ein Blog und eine eigene Internetseite helfen beim „Lustmachen“. Klassische Pressearbeit, und Facebook werden bei nahezu jedem zweiten Projekt eingesetzt. Außerdem für den Erfolg offenbar unverzichtbar: ein gutes Vorstellungsvideo.