Wie entwickelt sich die Nachfrage?
Im ersten Quartal 2017 hatten wir Anfragen in Höhe von insgesamt 66 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2018 stieg das Anfragevolumen auf über 250 Millionen. Dementsprechend sehen wir hier eine gute Grundlage für weiteres organisches Wachstum. Mittelfristig peilen wir ein jährliches, über unsere Plattform arrangiertes Kreditvolumen von 500 Millionen Euro an.

Als Vorreiter für digitale Finanzierungslösungen gilt der britische Markt. Woran liegt das?
Es stimmt, der britische Markt ist definitiv weiter, was die Digitalisierung von Finanzierungen angeht. Das liegt sicher an den Erfahrungen durch die Finanzkrise, als die vier größten Banken dort die Kreditvergabe eingeschränkt haben. Es liegt aber möglicherweise auch an einer kulturell bedingten Finanzaffinität. In Großbritannien werden mittlerweile rund zehn Prozent des Finanzierungsgeschäfts digital abgewickelt – in Deutschland wird das mittelfristig auch so weit sein. Wir hängen hier noch so zwei Jahre hinterher, denke ich.

Wäre es nicht für Creditshelf attraktiv, selbst in Großbritannien oder anderen Wachstumsmärkten aktiv zu werden?
Mit unserer Strategie konzentrieren wir uns aktuell klar auf den deutschen Markt. Aktuell sehen wir hier auch noch keine Wachstumsbeschränkung. Eine Expansion ins Ausland stellt uns vor Abwägungen: Wie viel größer wäre der Markt und wie viel größer unser Business? Aktuell gleicht der Kreditmarkt in Europa außerdem einem Flickenteppich, weil jedes Land seine eigenen Regeln hat. Daher hoffen wir auf eine Vereinheitlichung.

Sie selbst müssen sich mit dem Börsengang auch mehr Regeln beugen. Haben Sie keine Angst, dass die höhere Transparenz sich als Nachteil herausstellt?
Natürlich ist ein Listing nicht ohne Risiko. Aber wir wollen unser Unternehmen professionell aufbauen. Der Schritt zu mehr Glaubwürdigkeit geht nicht ohne mehr Transparenz. Das sind nun mal die Bedingungen, denen wir uns im Hinblick auf die Vorteile gerne unterwerfen.