Zumindest die Postanschrift und die Krankenversicherung werden es in Berlin sicher nicht sein, die WeWork von den anderen Anbietern abhebt. Das gehört in Deutschland längst zur Pflicht auch ohne Coworking-Space. Berlin ist für uns eine ganz natürliche Erweiterung unserer Präsenz in Europa“, sagt Gross. Die Stadt kombiniere sowohl technisches Know-how als auch die notwendige Industrie. „Es war ganz offensichtlich, dass wir uns hier niederlassen.“

Ähnlich zieht es den israelischen Konkurrenten Mindspace an. Das 2013 in Tel Aviv gegründete Unternehmen expandiert zum ersten Mal außerhalb von Israel, 2016 sollen noch weitere Standorte hinzukommen: „Coworking ist nicht einfach nur ein lokales Phänomen. Es ist eine weltweite Bewegung geworden. Um etwas verändern zu können, muss man global denken“, sagt Dan Zakai, Gründer von Mindspace.

„Natürlich gibt es viele Coworking-Spaces, aber wir sehen uns selbst nicht in dieser Kategorie. Wir bieten unseren Mitgliedern viel mehr als reguläre, traditionelle Coworking-Spaces“, sagt Zakai. Ein Community-Manager kümmert sich darum, dass die Kreativarbeiter jederzeit alles vorfinden, und ein Techniker klärt alle technischen Fragen, sodass eine volle Konzentration auf die Arbeit möglich ist.

Konkurrent kommt aus Israel

Vor allem in Deutschland habe Mindspace noch große Pläne, lässt sich dabei aber nicht genauer in die Karten schauen. Nur so viel: Man wolle in mehreren deutschen Städten präsent sein.

Dabei sind Coworking-Spaces in Deutschland nicht immer eine Erfolgsgeschichte: In Köln musste das Betahaus 2013 nach nur zwei Jahren schließen, der Hamburger Ableger musste wenig später Insolvenz anmelden, konnte sich mittlerweile aber wieder erholen.

Wie es besser geht, zeigt das Betahaus Berlin, mit 550 Mitgliedern einer der größten Coworking-Spaces in Deutschland. Neben den Büroräumen gibt es ein Café, in dem auch Gäste arbeiten können. Während Berlin kreative Menschen aus aller Welt und ihre Ideen anzieht, sucht Hamburg wie andere deutsche Städte noch den richtigen Umgang mit Start-ups. Oft sind es vor allem die Mietpreise und die Arbeitskosten, die junge Gründer eher nach Berlin als nach Hamburg, München oder Köln ziehen.

Wenn man aber ein eigenes kleines Büro oder einen Schreibtisch mieten möchte, kann das zwei bis drei Monate dauern, weil die Nachfrage sehr hoch ist. Deshalb plant Mitgründer Christoph Fahle einen zweiten Standort in Berlin, gibt aber auch zu: „Es ist schwer, ein Konzept auf mehrere Städte auszudehnen, ohne gleich etwas wie WeWork zu haben, eine Art Starbucks für Coworking. Wir versuchen, individuell zu bleiben, aber trotzdem in einem internationalen Netzwerk zusammenzuarbeiten.“