Es wird sich allerdings zeigen müssen, ob das auch so einfach auf Deutschland zu übertragen ist, wo der Markt eigentlich schon gesättigt ist. Alleine in Berlin sind 2015 mehr als 100 neue Coworking-Büros entstanden, vor allem kleinere Büros, in denen zwei oder drei Menschen miteinander arbeiten und so ihren Kunden ganze Pakete vom Layout über den Text bis hin zu Illustrationen anbieten können. Was die Anbieter eint: Sie versprechen eine Antwort auf die Veränderung der Arbeitsmodelle des 21. Jahrhunderts.

Der Trend hin zu diesen Bürogemeinschaften kommt aus dem Silicon Valley. Die Idee ist denkbar einfach: In offenen Räumen arbeiten möglichst viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen das soll Kreativität und Austausch fördern, ist für die Nutzer aber auch eine Erleichterung. Denn ein Arbeitsplatz wird ebenso gestellt wie freies WLAN und oft auch Getränke. Wirklich entscheidend ist aber die Gemeinschaft von Denkern, Kreativen, Bastlern und Festangestellten, die zusammenkommen. Im Homeoffice würde jeder von ihnen alleine vor sich hin arbeiten.

Das bestätigt auch der Global Coworking Survey, der in unregelmäßigen Abständen von „Deskmag“ rausgegeben wird, einem Magazin, das sich ausschließlich mit Coworking beschäftigt: Die Interaktionen untereinander und sei es nur über Small Talk löst schneller kleine Probleme und stärkt das Selbstbewusstsein.

Bier-Flatrate für Coworker

Atmosphäre und der Lifestyle scheint Freelancer sowie Start-ups zu locken. WeWork etwa, obwohl erst 2010 gegründet, hat inzwischen mehr als 50 000 Mitglieder und weltweit 70 Arbeitsräume eröffnet „bis Ende 2016 haben wir uns die Marke von 100 vorgenommen“, sagt Michael Gross, einer der Vize-Chefs des Anbieters. „Wir expandieren europaweit sehr aggressiv, und insbesondere Deutschland ist ein wichtiger Markt für uns.“ Aber konkretere Pläne, ob auch andere Städte als Berlin denkbar sind, gibt es bislang nicht.

Laut „Wall Street Journal“ zählt das Unternehmen mit einer Bewertung von 16 Milliarden US-Dollar zu den zehn am besten bewerteten Start-ups der Welt. WeWork passt die Preise für ein komplettes Büro beziehungsweise nur einen Schreibtisch den Immobilienpreisen der Stadt an: So kostet ein fester Raum in New York durchschnittlich um die 600 Euro, während die Miete in Berlin bei durchschnittlich 470 Euro liegt. Ein Schreibtisch ist in den USA für 450 zu haben, und in Berlin für 360 Euro. Dafür bietet WeWork in den USA zusätzlich auch noch eine eigene Postanschrift, eine Krankenversicherung, ein eigenes soziales Netzwerk und – eine Bier-Flatrate.