Die Produkte der Berliner helfen bereits globalen Unternehmen beim Marketing. Knapp 30 Millionen Euro sollen jetzt die Skalierung beschleunigen. Die neuen Partner kennen sich mit Software und Wachstum exzellent aus.

Ein neuer Blogpost über ebenso neue Schuhe, eine Nachricht in der App zum Verkaufsstart des Laptops: Auf vielen digitalen Kanälen wollen Unternehmen ihre Kunden heute erreichen, informieren und zum Kauf verleiten. Die technische Infrastruktur dafür stellt das Start-up Contentful bereit – über deren Software können die Botschaften vorgeblich einfacher auf verschiedenen Plattformen verteilt werden.

Jetzt stützen Investoren mit großer Erfahrung in der Skalierung von Software den Kurs der Berliner: Eine neue Finanzierungsrunde über knapp 30 Millionen Euro wird angeführt von dem Risikokapitalgeber Sapphire Ventures. Hinter der kalifornischen Firma steht viel Geld des deutschen Softwarekonzerns SAP.

Zwei Software-Giganten als Investoren

Parallel investiert auch SAP-Konkurrernt Salesforce über seine Beteiligungsgesellschaft in Contentful. Jenseits der Start-up-Szene ringen Salesforce und SAP intensiv um Marktanteile bei zentralen Softwareprogrammen für Konzerne und Mittelständler – hier investieren die Rivalen Seit’ an Seit’. Zudem kommt die kanadische Gesellschaft Omers Ventures mit an Bord. Bestehende Investoren erhöhen mit der neuen Runde ihre Beteiligung an Contentful.

Vor exakt einem Jahr hatte das Start-up eine Finanzierung in ähnlicher Höhe – damals waren es knapp 25 Millionen Euro – bekanntgegeben. Insgesamt seien jetzt seit der Gründung 2011 knapp 60 Millionen Euro Risikokapital an das Start-up geflossen, teilte Contentful mit. Das zeigt: Auch mit einem funktionierenden Produkt brauchen viele Software-Start-ups heute noch enorme Summen, um ein hohes Wachstumstempo beibehalten zu können.

Wachsen mit neuen Partnerschaften

Contentful zielt dabei vor allem auf den Ausbau neuer Partnerschaften. Dafür sucht das Start-up die Nähe zu Digitalagenturen und will über sie schneller in den Einsatz bei Firmen weltweit kommen. Ein paar große Konzerne als Kunden darf das Unternehmen schon nennen: Spotify, Urban Outfitters, Lenovo oder Nike haben die Software bereits im Einsatz.

Um das zu realisieren und parallel das Produkt weiterzuentwickeln, sucht Contentful für die Standorte San Francisco und Berlin nach zahlreichen neuen Mitarbeitern. Vor einem Jahr vermeldete das Start-up etwa 140 Mitarbeiter, aktuell ist die Zahl von 200 Angestellten knapp überschritten – und in den nächsten zwölf Monaten sollen noch einmal 50 bis 100 neue Kollegen dazukommen.