Die Texte zu erstellen ist das eine, die passende Strategie das andere. Wechselpilot legt vor allem im Sommer den Fokus auf das Magazin. Denn das Strom-Geschäft ist saisonal geprägt. „Wir haben im Winter mehr mit unserer Kernaufgabe als Wechselplattform zu tun, daher setzen wir dann auf Performance-Marketing“, sagt Rabe. Mittlerweile zählt das Start-up rund 9.000 Kunden. Im Sommer sei dann Zeit für Inhalt. Auch der zahlt sich aus für Wechselpilot – aber erst mit Verzögerung: Nach 16 bis 18 Monaten entstehen laut Start-ups die langfristigen Kundenbindungen.

Wechselpilot hat seine inhaltliche Nische gefunden. Das muss für jedes Start-up die Ambition sein: „Start-ups wollen die Lösung für eine existierende Marktlücke sein, darauf sollte auch der Content für die Zielgruppe aufbauen“, sagt Professor Sebastian Vogt, Geschäftsführer vom Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn.

Mit SEO und Rezepten zur Reiswelt

Sohrab Mohammad und Torben Buttjer entdeckten 2010 die Marktlücke Reis und gründeten Reishunger. „Für viele war das damals noch ein unbekanntes Nahrungsmittel und es fehlte daher die Kreativität beim Kochen“, sagt Pressesprecher Benjamin Uhlmann. Bislang vertreibt das Bremer Start-up die Reissorten und das passende Kochzubehör in seinem Online-Shop. Nur wenige Supermärkte führen die Produkte – das soll sich aber demnächst ändern. Das langfristige Ziel: Deutschland soll mehr Reis essen. Dazu will man mit ausgefallenen Reissorten wie „Lila Reis“ oder „Sadri Dudi Reis“, verschiedenen Garmethoden und den über 1.500 Rezepten animieren.

In der Anfangszeit ging es für Reishunger daher erst mal darum, auf sich und die, für viele Menschen eher unbekannten, Produkte aufmerksam zu machen. Dafür haben sie Suchmaschinenoptimierung (SEO) genutzt: Bei vielen Suchanfrage mit dem Keyword „Reis“, landet Reishunger auf dem ersten Platz der Suchergebnisse. Auf der Webseite beantwortet das Start-up dann allerhand Fragen zum Thema Reis: Wie man Milchreis kocht, ob man Reis vorher abwaschen sollte – aber auch, ob Reis Gluten enthält und was Hybridreis ist.

Strategie: Nische hundertprozentig abdecken

Dieses Angebot an „Reiswissen“, sieht das Start-up als Alleinstellungsmerkmal. „Wir sind damit breit aufgestellt und nicht mehr so leicht zu verdrängen“, sagt Uhlmann. Diesem Anspruch will Reishunger auch künftig gerecht werden: Aktuell fließen gut zehn Prozent des Marketingbudgets in neue Inhalte. Die Basis für die Verbreitung der Inhalte ist durch die Suchmaschinenoptimierung gelegt.

Um die Reishunger-Kanäle langfristig mit neuen Inhalten zu bespielen, hat das Start-up außerdem eine Strategie entwickelt: Neben dem informativen Content geht es vor allem um inspirative Inhalte. Seit 2015 teilt das Start-up regelmäßig Reis-Rezepte mit ihren mittlerweile mehr als 48.000 Followern auf Instagram – und erhält im Gegenzug jede Menge neuer Rezeptvorschläge von seinen Lesern.

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