Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von CollarCare, Matin Fenkl und Lukas Tenge, an. Sie vernetzen Halsbänder mit einer Analyse-App. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investorin Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
CollarCare ist eine Smartphone App, die mit einem intelligenten Halsband verbunden sein wird. Hundebesitzer zeichnen ihre täglichen Gassi-Runden auf, erhalten eine Übersicht über die gelaufenen Strecken – und können sich mit anderen Hundebesitzern vergleichen und vernetzten. Das hat drei Effekte. Wir sorgen erstens dafür, dass der Hund so ausgelastet ist, wie es seiner Rasse entspricht. Wir helfen zweitens Herrchen oder Frauen, Kontakte zu knüpfen und Routinen zu entwickeln. Und wir wollen drittens, auf Basis einer Datenbank, die wir aufbauen, in Zukunft auch Bewegungs- und Ernährungstipps für Hunde geben.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Inspiriert hat uns die Hündin unserer Mitgründerin Ursula Moos. Wir haben dann 300 Hundebesitzer befragt: Was wünscht ihr euch, um die Gesundheit eurer Tiere zu fördern?

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir wollen noch Ende dieses Jahres mit der Monetarisierung beginnen, beispielsweise über Abos für den Endnutzer und Werbung innerhalb der App.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …wir sind eine leistungsorientierte Familie, die versucht, das Beste aus jedem herauszukitzeln.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Gut. Wir zählen einen Wirtschaftsinformatiker, eine Modedesignerin, einen Marketingexperten und einen Betriebswirt.

Was war euer größter Rückschlag?
In der kurzen Zeit seit der Gründung hatten wir nur kleinere technische Probleme. Die großen Rückschläge kommen gewiss noch.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann möchten wir fünf Prozent aller Hundebesitzer in Europa und den USA auf unserer Plattform haben – und darauf viele Dienstleistungen und Produkte rund um den gesunden Hund anbieten.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 10.000 registrierte Nutzer
Förderung: Gründerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen
Gründung: Oktober 2018
Mitarbeiter: 5

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 3/5

Urteil: „Hunde sind beliebte Haustiere – allerdings gibt es schon Tracking-Lösungen auf dem Markt. Das Team sollte sich durch gutes Design und Einfachheit in der Benutzung abgrenzen.“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds