Das Berliner Start-up kann seine Finanzierungsrunde auf 16 Millionen Euro aufstocken – und treibt nun seine ambitionierten Wachstumspläne voran.

Nachschlag für Coachhub: Vor drei Monaten erst hat das Berliner Start-up, das über seine Plattform Business-Coachings anbietet, von Investoren sechs Millionen Euro erhalten. Nun kommen noch einmal zehn Millionen hinzu, wie das erst im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen heute mitteilte. Neu im Kreis der Gesellschafter ist demnach der russische Frühphaseninvestor RTP Global, der unter anderem auch am Kundenservice-Automatisierer E-Bot7 beteiligt ist. Frisches Kapital kommt zudem von den Bestandsinvestoren HV Holtzbrinck Ventures, Partech und Speedinvest.

Die Gründer Yannis und Matti Niebelschütz haben ambitionierte Wachstumspläne: Schon jetzt beschäftigt ihr Start-up 70 Mitarbeiter, bis Mitte des kommenden Jahres sollen es 200 sein. Vor allem der internationale Vertrieb steht dabei im Fokus. Alleine in Großbritannien planen die Geschwister 20 Neueinstellungen. Aber auch in Frankreich, den Benelux-Ländern, Skandinavien und Südeuropa sollen die Geschäfte weiterentwickelt werden.

Eigenen Angaben zufolge hat das Start-up bisher mit mehr als 100 Unternehmen Rahmenverträge geschlossen. Berechtigte Mitarbeiter können sich dann bei Coachhub registrieren und ihre Ziele festlegen. Algorithmen schlagen dann passende -Coaches vor. Das Training selbst findet digital in zweiwöchentlichen Video-Telefonaten statt, zusätzlich gibt es einen Chat und E-Learning-Einheiten.

Weltweit mehr als 400 Coaches

Das Ziel der Gründer: Sie wollen erreichen, dass Coachings nicht länger nur für Top-Führungskräfte erschwinglich sind. „Unser Ansatz ist es, das Thema breiter in die Organisationen zu tragen“, sagte Matti Niebelschütz im August. Das Start-up gibt aktuell an, weltweit mit mehr als 400 zertifizierten Coaches zusammenzuarbeiten. Diese sind in der Regel freiberuflich tätig. Das Themenspektrum reicht von Zeitmanagement über Stressabbau bis zu Führungsqualitäten.

Der Vorteil für die Coaches: Sie können ihren Kundenkreis über die ortsunabhängige Plattform deutlich erweitern. Coachhub will ihnen außerdem dabei helfen, sich weiterzuentwickeln – und stellt Tools und Expertenwissen zur Verfügung. Dafür hat das Start-up ein „Coaching Lab“ gegründet, das nach Angaben des Unternehmens mit Professoren, Psychologen, Coaches und Lernexperten zusammenarbeitet.

Für Start-ups und Investoren ist die digitale Weiterbildung ein interessantes Feld, wie nicht nur Coachhub zeigt. So konnte Masterplan im vergangenen Jahr einen Millionenbetrag einsammeln. Das Bochumer Start-ups setzt auf Video-Lektionen rund um Digitalisierungsthemen. Auch Lernplattformen wie Quofox oder Udacity setzen stark auf Unternehmenskunden.