Mit Frank Thelen konnten sich die Gründer nicht auf ein Investment einigen, doch nach der Aufzeichnung überzeugten sie zwei Business Angels von ihrer Idee.

Als Jakob Schneider, Johannes Weckerle und Matthias Albrecht in der gestrigen Folge von „Die Höhle der Löwen“ die Bühne betraten, waren alle Augen auf Frank Thelen gerichtet. Der passionierte Snowboarder schien der ideale Investor für das Münchener Start-up Clew zu sein, dessen Geschäft die Herstellung von neuartigen Bindungen ist, die sich mit nur einem Handgriff lösen lassen. Und tatsächlich: Thelen zeigte sich sehr interessiert und erzählte, dass er selbst sich schon Gedanken über diese Problem gemacht habe. 

Die Bitte der Gründer um 200.000 Euro für 15 Prozent lehnte er jedoch ab – und präsentierte stattdessen ein Gegenangebot, das bei der doppelten Prozentzahl lag. Zu viel für die Münchner, die die Aufzeichnung ohne Deal verließen. 

Im Interview berichtet Jakob Schneider, warum sie nichts bereut haben und wie es für Clew weiterging.

Sie haben es für den Zuschauer gestern Abend ja sehr spannend gemacht. 
Als wir uns zur Beratung zurückgezogen haben, wussten wir eigentlich schon, dass der Deal nicht zustande kommen wird, weil wir uns eine Obergrenze von 20 Prozent festgesetzt hatten und nicht bereit waren diese zu überschreiten.

Frank Thelen wirkte fast etwas unglücklich, dass es nicht geklappt hat – es schien ihm eine Herzensangelegenheit zu sein Sie zu unterstützen.
Wir hätten ihn auch sehr gerne an Bord gehabt, weil er ja selbst ein leidenschaftlicher Snowboarder ist. Das wussten wir natürlich und hatten auch deshalb mit einem Angebot von ihm gerechnet. Allerdings war uns auch bewusst, dass wir in den kommenden Monaten und Jahren noch viel Working Capital benötigen werden und darum wollten wir unter keinen Umständen zu diesem frühen Zeitpunkt 30 Prozent an unserem Start-up abgeben.

Bereuen Sie denn im Nachhinein, dass Sie nicht auf seinen Vorschlag eingegangen sind?
Überhaupt nicht, denn kurz nach der Aufzeichnung der Sendung im März haben wir auf einer Pitch-Veranstaltung an der Hochschule München einen Business Angel kennengelernt, der von unsere Idee begeistert war. Über einen privaten Kontakt kam ein weiterer Business Angel dazu, so dass wir nun finanziell sehr gut aufgestellt sind – zu besseren Konditionen als wir es uns in „Die Höhle der Löwen“ erhofft hatten.

Die Löwen haben kritisiert, dass der Markt für die Snowboard-Bindungen zu klein sei, um daraus ein großes Geschäft zu machen. 
Zu unrecht, wie wir finden. Dass Clew mehr ist als ein Hobby, beweisen schon die Zahlen: Zwar stagnieren der europäische und der amerikanische Markt momentan etwas, aber in Asien boomt der Sport, vor allem in Südkorea ist Snowboard-Fahren gerade sehr angesagt. Und auch in China wird der Sport mit der Austragung der Olympischen Winterspiele, die dort 2022 stattfinden, stark wachsen. 

Wie läuft es momentan für Clew?
Als wir vor einem halben Jahr in „Die Höhle der Löwen“ aufgetreten sind, standen wir mit Clew ja noch ganz am Anfang. Wir wussten damals noch nicht genau was die Produktion unserer Bindungen, insbesondere der Formenbau, kosten würde. Seitdem haben wir weiter an unserem Business-Plan gearbeitet und werden diese Saison eine limitierte Edition auf den Markt bringen – ausschließlich in Deutschland und Österreich. Wir wollen langsam groß werden und unser Produkt nachhaltig bekannt machen. Zurzeit stellen wir Kontakte mit Händlern her und verschicken Testprodukte. In der Snowboard-Szene wird nach wie vor noch viel im stationären Handel verkauft, darum sind diese Verbindungen für uns die Basis für unseren Erfolg, so dass wir Clew im kommenden Jahr weltweit verkaufen können.

Blicken Sie mal in die Zukunft, wie steht Clew in fünf Jahren da?
In fünf Jahren werden wir jährlich 100.000 Bindungen verkaufen und unsere Marke international bekannt gemacht haben. Und wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn einer unserer Kunden Frank Thelen wäre.