Geplant sind bis zu 90 Rundstrecken für Geschäftsreisende in Deutschland. Der Kreis der Investoren wächst – jüngst hat sich ein Ex-Eishockey-Profi eingebucht.

Es gibt Arbeitstische, viel Beinfreiheit, Noise-Cancelling-Kopfhörer – und kostenlosen Bio-Kaffee: CityLoop Travel will Geschäftsreisenden Autofahrten so angenehm wie möglich machen. Das Walldorfer Start-up baut derzeit einen Limousinen-Fahrservice auf, der Flughäfen, Bahnhöfe und Gewerbegebiete miteinander verbindet. Die Autos sollen auf festen Routen nach Fahrplan Haltestellen abfahren und bis zu drei Gäste befördern.

„Wir sind günstiger als Taxis und bieten wesentlich mehr Komfort“, sagt CEO Jörg Mayer (links im Bild), der das Unternehmen vor einem Jahr gegründet hat. Sein Antrieb sei die eigene Erfahrung gewesen: „Auf Geschäftsreisen verliert man zu viel wertvolle Arbeits- oder Erholungszeit, wenn man selbst am Steuer sitzt.“ Mayer ist bekannt als Gründer des Multichannel-Händlers 21sportsgroup, den er Anfang 2018 an den Unternehmer Georg Kofler verkauft hatte.

Für seine Idee, in Deutschland 70 bis 90 Limousinen-Rundrouten zu etablieren, rührt Mayer derzeit die Werbetrommel bei Investoren. Noch für den Herbst ist eine Series-A-Finanzierungsrunde geplant – seit vier Wochen können sich Business Angels beteiligen. Vier Geldgeber hat Mayer bereits gefunden, mit dem ehemaligen Eishockey-Profi Jochen Hecht (rechts im Foto) gab das Start-up gestern einen prominenten Neuzugang bekannt. „Bevor institutionelle Investoren einsteigen, brauche ich Leute, die vom Produkt überzeugt sind und sich mit ihrem Wissen einbringen können“, sagt Mayer.

Mit Wandelanleihen zu Kapital

Eine Besonderheit: Die Business Angels werden nicht sofort am Unternehmen beteiligt, sondern zeichnen zunächst eine Wandelanleihe. Die eingebrachten Beträge sollen dann bei der nächsten Finanzierungsrunde in Unternehmensanteile umgewandelt werden. Aus Sicht des Gründers ist diese Form der Finanzierung in der Start-up-Szene noch unterschätzt: „Der administrative Aufwand für beide Seite ist zunächst viel geringer.“

Operativ befindet sich CityLoop indes noch in der Erprobungsphase. Seit einigen Wochen gibt es eine erste Route zwischen dem Frankfurter Flughafen und Walldorf – dort haben unter anderem der Softwarekonzern SAP und Heidelberger Druckmaschinen ihren Sitz. 130 bezahlte Fahrten habe man bisher verzeichnet, so Mayer. 53 festgelegte Zwischenstopps auf der Route sind geplant. Als nächstes soll ein „Loop“ folgen, der Walldorf, den Stuttgarter Flughafen, Heilbronn und Karlsruhe miteinander verbindet.

Start-up versteht sich als Reisebüro

Für das Ziel, die wichtigsten Konzerne und Hidden Champions miteinander zu vernetzen, ist Mayer auf Kooperationen mit Limousinendiensten angewiesen. Wie etwa der Fernbusanbieter Flixbus oder der Taxi-Konkurrent Uber will CityLoop abseits der Erprobungsstrecke keine eigenen Fahrer beschäftigen. Das Start-up selbst versteht sich als Reisebüro, über das sich die Fahrten buchen lassen –telefonisch, online und künftig auch per Smartphone-App.

Damit grenzt sich das Start-up auch von Ridesharing-Anbietern ab, die in der Regel mit eigenen Fahren und Minibussen unterwegs sind. Aber auch sie verfolgen die Idee, Reisende mit ähnlichen Zielen vergleichsweise komfortabel und günstiger als im Taxi von A nach B zu bringen. Der Markt wächstmit Anbietern wie Clevershuttle, der Volkswagen-Tochter Moia und Freyfahrt.

CityLoop sieht vor allem in mittleren Distanzen um die 100 Kilometer Potenzial. Geplant sind aber auch Umstiegsmöglichkeiten – an den Knotenpunkten soll es später Business Lounges ähnlich wie am Flughafen geben. Wie schnell das Streckennetz wächst, will Mayer von dem Interesse großer Unternehmen abhängig machen: „Wir bekommen schon jetzt viele Anfragen aus anderen Regionen.“