Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute Volkan Bilici und Christian Schiller von Cirplus an. Das Start-up baut an einer Plattform, die Kunststoffen ein zweites Leben bescheren soll. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Volkan, Christian, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bauen den ersten globalen Marktplatz für Kunststoffabfälle und recyceltes Plastik. Bislang setzen Firmen, die Plastik für ihre Produkte benötigen, fast ausschließlich auf Neuplastik und kaufen das in der Chemiebranche ein. Vor allem in der Verpackungs- und der Autobranche ist es für Einkäufer schwer, verlässliche Mengen von gebrauchtem oder recyceltem Kunststoff zu beschaffen. Dabei gibt es seit Kurzem eine gesetzliche Pflicht, Recyclingplastik zu verwenden. Unsere digitale Plattform hilft Firmen nun, die zu erfüllen – und bringt Einkäufer mit Recyclern zusammen, die  auf riesigen Bergen gebrauchten Plastiks sitzen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Unser Gründer Christian war mit dem Segelboot zwischen Kolumbien und Panama unterwegs. Dabei segelte er in einen Teppich aus Plastikabfällen und fragte sich, warum die im Meer landen. Bei der Recherche kam ihm die Idee.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Es ist noch offen, ob wir eine Transaktionsgebühr oder ein Jahresabo verlangen werden. Derzeit ist unser Service kostenlos.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir müssen als Start-up aus wenig das Maximum rausholen, folgen dem Motto: „Done is better than perfect“.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir als Gründerduo sind zur Hälfte türkisch. Und im Team haben wir eine Brasilianerin, zwei türkische Programmierer und einen US-Praktikanten. Unser Frauenanteil beträgt 50 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir hatten uns gegenüber einem Industriepartner geöffnet. Der hat zugesagt, uns bei der Programmierung zu helfen, tatsächlich aber nur versucht, Information abzusaugen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir der globale Anbieter, zu dem jemand geht, der Altplastik kaufen oder verkaufen will.

Fakten zum Start-up

Kunden: 120, davon 11 Entwicklungspartner
Finanzierung: Wagniskapital, Fördergelder, Beitrag der Entwicklungspartner
Gründung: 2018 in Hamburg
Mitarbeiter: 6

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Das Timing ist absolut richtig. Jetzt ist Geschwindigkeit gefragt, um im Marktplatzmodell beide Seiten auf die Plattform zu bekommen und gegen die Chemiekonzerne zu bestehen.“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds

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