Und deshalb wollen Sie immer noch an die Börse? Weil es Ihnen keine Ruhe lässt?
Nicht nur, weil ich angefangene und angekündigte Dinge gerne zu Ende bringe. Der Börsengang wäre aber nicht die einzige Möglichkeit, sich zu finanzieren.

Warum wollen Sie dann weiter machen?
Ich bin schon zwei Mal an die Börse gegangen, beide Male übrigens ohne den IPO zu verschieben und mit ordentlichen Kursgewinnen (lacht). Ich halte die Börse für eine geeignete Finanzierungsform. Die Start-ups in Deutschland sind stark unterfinanziert und für die Szene einen Kapitalzugang zu schaffen, halte ich für die Szene und für die Anleger für richtig und wichtig. Deswegen bleibe ich dabei. Es gibt sicher andere, die an diesem Punkt sagen würden: „Ach nee, dann lasse ich es ganz, das hat mir jetzt keinen Spaß gemacht.“ Aber soweit bin ich noch nicht. Da bin ich zäh.

„Jeder hat sein Limit“

Und was machen Sie, wenn es erneut nicht klappt?
Wenn es auf Dauer nicht klappt, werde ich mir etwas anderes überlegen. Solange die Gründe extern sind, also durch Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, eine Naturkatastrophe oder sonst etwas, gibt es kein Indiz dafür, dass ein Unternehmen nicht börsenfähig oder nicht vermarktbar ist. Aber natürlich hat jeder auch ein Limit, also eine beschränkte Leidensfähigkeit und Geduld, um so ein Projekt durchzuziehen.

Wann wäre bei Ihnen der Punkt gekommen, dass Sie sagen: Jetzt nicht mehr?
Wenn wir den Börsengang über einen längeren Zeitpunkt immer und immer wieder verschieben müssten, dann müsste ich zwischenzeitlich mal eine längere Pause einlegen. Permanent Termine, permanent Analysten- und Investorengespräche, permanent Anwälte um einen herum für Updates vom Börsenprospekt und so weiter – das strengt schon sehr an. Aber so weit ist es ja nicht, wir haben einmal verschoben. Und ich hoffe sehr, dass es dabei bleibt.

Herr Gerlinger, vielen Dank für das Gespräch.