Sind Ihnen Fälle bekannt, in denen es zu einer Insolvenz in Folge einer Venture-Debt-Finanzierung gekommen ist?
Es wäre falsch zu sagen, dass keiner unserer Firmenkunden je ausgefallen ist. Dann wäre unsere Ausfallquote bei Null, das ist natürlich nicht der Fall. Ob Kredite der Grund dafür sind – dahinter würde ich ein großes Fragezeichen machen. Wir agieren eher konservativ und sind gerade bei der Erstfinanzierung sehr zurückhaltend. Wir wachsen gerne mit dem Unternehmen und haben auch kein Problem damit, 20 Millionen zur Verfügung zu stellen, aber normalerweise nicht ab dem ersten Tag. Außerdem haben wir regelmäßige Telefonate mit dem CEO, CFO und den Investoren. Zum Teil finden die auf Monatsbasis statt, damit wir von Entwicklungen frühzeitig erfahren.

Aber Vertrag ist eben Vertrag. Da kommen Gründer nicht mehr raus, richtig?
Wichtig ist, dass man sich im Falle einer Schieflage zusammensetzt. Unser Ansatz ist, mit allen Beteiligten zu sprechen und die Frage zu klären: Was muss passieren, um das Unternehmen und den Kredit wieder in besseres Fahrwasser zu bringen?

Wie viele Start-ups in Deutschland wollen Sie überhaupt finanzieren?
Wir haben keine Limitierung, was unsere Bilanz betrifft und wir machen uns keine Volumenvorgaben. Vielleicht finden wir im Jahr nur zwei Firmen, die passen. Wenn wir 20 finden, dann nehmen wir 20. Wir wollen die besten aussuchen und uns dort positiv einbringen. Nicht operativ, sondern als Türöffner – zum Beispiel zu VC-Fonds, mit denen wir ja eine aktive Bankbeziehung haben.