Seit 2007 vergibt die WirtschaftsWoche den Gründerpreis Neumacher. Wir haben bei den Siegern nachgefragt, was sie heute machen – und wie sie von Neumacher profitiert haben.

Die Expansion gewagt, sich aus der Insolvenz gekämpft, ein neues Unternehmen aufgebaut: Seitdem sie den Gründerwettbewerb Neumacher der WirtschaftsWoche gewonnen haben, ist bei unseren Siegern viel passiert. Wir haben bei ihnen nachgefragt, wie sich ihr Start-up entwickelt hat – und was Neumacher dazu beitragen konnte.

Die WirtschaftsWoche vergibt den Gründerpreis Neumacher seit dem Jahr 2007. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro Startkapital dotiert sowie mit einem Paket aus Sachleistungen mit einem Wert von bis zu 300.000 Euro. Die Start-ups, die den Preis gewonnen haben, zeichnen sich mit innovativen Produkten oder neuartigen Geschäftsmodellen aus. Auf den folgenden Seiten erzählen uns die bisherigen Sieger, was aus ihnen und ihren Unternehmen geworden ist.

Falls ihr ein Start-up gegründet habt, das den Gründerpreis Neumacher verdient hat: Bewerbt euch noch bis zum 15. Juli hier.

Die Gründer von Suncoal haben 2008 den Neumacher-Wettbewerb gewonnen. (Foto: PR/Suncoal)

Die Gründer von Suncoal haben 2008 den Neumacher-Wettbewerb gewonnen.
(Foto: PR/Suncoal)

Suncoal
Neumacher-Gewinner 2008
Gründer: Hans-Joachim von Massow, Tobias Wittmann, Friedrich von Ploetz und Christian von Olshausen

Die Gründer von Suncoal machen aus Gartenabfällen Kohle. Binnen zwölf Stunden können sie aus Müll einen Energieträger zaubern. Das Beste: Die Kohle ist klimaneutral. Im Interview erzählen sie uns, wie ein Investor das Unternehmen zur Sanierung zwang und wie sie seitdem weitermachen.

Sie haben im Jahr 2008 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Suncoal  gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?
SunCoal ist heute als Technologieunternehmen sehr gut aufgestellt: Als Lizenzgeber operiert das Unternehmen mit einem positivem operativem Cash Flow und finanziert aus diesen heraus eine vielversprechende Entwicklungs-Pipeline.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Die mit Abstand größte Herausforderung war die erfolgreiche Durchführung des Schutzschirmverfahrens im Jahr 2013: Aufgrund einer Blockade des Unternehmens aus dem Investorenkreis konnten wir eine Folgefinanzierung mit einem strategischen Investor nicht abschließen, mussten den Gesellschafterkreis im Rahmen einen Insolvenzplans sanieren und haben so wieder die Handlungsfähigkeit hergestellt.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Die erfolgreiche Neuaufstellung des Unternehmens nach der obengenannten Sanierung mit einer Umstellung des Geschäftsmodells vom Anlagenbau auf ein Lizenzmodell, dem Abschluss entsprechender Verträge, die Füllung dieser mit Leben und den stetigen Aufbau von Umsätzen.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Der Hauptnutzen war eine rasche Erlangung von Reputation und ein dadurch ermöglichter beschleunigter Geschäftsaufbau.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Wir planen in verwandte Entwicklungsfelder zu investieren, entsprechende Technologien erfolgreich aufzubauen und zu vermarkten.

Michael Bruck mit der hauseigenen Chocri-Schokolade. (Foto: PR/Chocri)

Michael Bruck mit der hauseigenen Chocri-Schokolade.
(Foto: PR/Chocri)

Chocri
Neumacher-Sieger 2009
Gründer: Michael Bruck und Franz Druge

Schokolade selbst kreieren – mit dieser Idee gewannen die Gründer Michael Bruck und Franz Druge im Jahr 2009 den Neumacher-Wettbewerb. Nun steht ihr Start-up Chocri kurz davor, die Vier-Millionen-Euro-Marke beim Umsatz zu knacken. Im Interview erzählt uns Geschäftsführer Bruck, welche Pläne er für die Zukunft hat und warum er Ritter Sport zu Dank verpflichtet ist.

Sie haben im Jahr 2009 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Chocri gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?
Wir sind seitdem kontinuierlich gewachsen und haben uns mit großer Innovationsfreude immer breiter aufgestellt – sowohl im eigentlichen Kerngeschäft mit individuellen und anderen Schokoladenartikeln aus der eigenen Manufaktur sowie passenden Fremdprodukten als auch im Personalisierungsgeschäft für Drittkunden, zum Beispiel für Coca Cola. Das Kerngeschäft mit Schokoladenartikeln läuft nach wie vor über die Marke chocri. Das Drittkundengeschäft haben wir der Trennschärfe halber letztes Jahr unter einer eigenen Marke namens VeNDI zusammengefasst. Demnächst wird unser Gesamtumsatz die Vier-Millionen-Euro-Marke überschreiten. Neu ist auch unsere sukzessive Expansion in den Offline-Bereich, das heißt, nachdem wir unsere Marktstellung als größte deutsche Online-Confiserie gefestigt und mit der traditionsreichen Confiserie Riegelein aus Cadolzburg bei Nürnberg im letzten Jahr einen neuen strategischen Partner gewonnen haben, streben wir nun verstärkt in den stationären Fachhandel. Bis Anfang 2016 wollen wir über verschiedene Partner bundesweit in circa 300 Ladengeschäften vertreten sein. Die ersten zehn Testpartner führen uns bereits im Sortiment. Die Verhandlungen mit allen anderen Interessenten laufen aktuell. Da sind wir schon ziemlich weit. Ein bisschen stolz sind wir auch auf unser vielseitiges Engagement für den fairen Handel und darauf, dass unser individuelles Steckenpferd – ein nachhaltiges Kinderheimprojekt in Gagnoa an der Elfenbeinküste – unter anderem dank unserer Spenden von inzwischen nahezu 100.000 Euro sehr gut ins Laufen gekommen ist. Geschäftserfolg, Nachhaltigkeit und Spaß an der Arbeit gehen bei uns Hand in Hand. Wir lieben einfach, was wir tun!

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Da gab es eine ganze Menge und keine war wie die andere. Alle aufzuzählen, würde jetzt zu weit führen. Da ich unsere aktuelle Herausforderung – die Expansion in den stationären Fachhandel – schon erwähnt habe, greife ich mal die letzte große Herausforderung davor heraus. Im Jahr 2014 haben wir uns unternehmensstrategisch sehr auf das Suchen und Finden eines neuen strategischen Partners konzentriert, wie es uns letztlich mit der Zwei-Drittel-Übernahme durch die traditionsreiche Confiserie Riegelein aus Cadolzburg bei Nürnberg gelungen ist. Diese Partnerschaft haben wir lange ausgelotet und sind überzeugt, dass sie für beide Seiten langfristig von Vorteil sein wird. Unserem vormaligen Ein-Drittel-Partner, der Alfred Ritter GmbH & Co. KG aus Waldenbuch, bekannter unter der Marke Ritter Sport, der uns nach dem Gewinn des Gründerpreises der WirtschaftsWoche 2009 von 2010 bis 2014 unterstützt hat, sind wir natürlich ebenso zu Dank verpflichtet. Auch aus dieser Zusammenarbeit haben wir viel gelernt und mitgenommen.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Der allergrößte Erfolg für mich persönlich ist natürlich, dass das einst kleine Start-up chocri nicht nur einfach seit 2008 bis heute existiert, sondern dass es sich vielmehr aus dem Kleingeschäft in der privaten Küche inzwischen blendend zu einem kleinen mittelständischen Unternehmen entwickelt hat. Ein bisschen stolz macht mich auch, dass dies vom Markt und von der wachsenden Kundschaft mehr und mehr honoriert wird. Das Feedback ist durch und durch positiv. Nicht nur der Umsatz und unsere Geschäftsfelder wachsen kontinuierlich, auch die Bekanntheit unserer Kernmarke chocri hat inzwischen ein Standing erreicht, mit der wir führend in der Branche sind. Ohne jetzt irgendwie arrogant wirken zu wollen, würde ich mal behaupten, dass wir neben einem sehr bekannten Müsli-Hersteller zu den zwei bekanntesten Marken im Bereich der Mass Customization von Lebensmitteln zählen. Unsere Ideen und unser Erfolg sprechen sich herum und vor allem für sich selbst.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Der Wettbewerb 2009 hat uns mit einer Menge neuer Erfahrungen und Kontakten, die sich daraus ergeben haben, förmlich überflutet. Gerade der Input auf allen Ebenen war sehr wertvoll für uns. Ich persönlich empfand die Learnings daraus sehr nachhaltig. Außerdem hat uns der Wettbewerb in der Folge bekanntermaßen auch zu unserer ersten strategischen Partnerschaft mit einem großen Markenartikler aus dem Süßwarenbereich und damit wiederum zu neuem Know-how verholfen. Es waren viele Prozesse, die zum Besten der Unternehmensentwicklung ineinanderflossen und wieder neue Anstöße auslösten, von denen wir bis heute profitieren. Last but not least hat er uns natürlich auch stark bei der Erhöhung unseres Bekanntheitsgrades geholfen, was bei einem markenbasierten Geschäftsmodell wie dem unsrigen, das auf Herstellung und Vertrieb hochwertiger und etwas teurerer Genussprodukte beruht, durchaus von Vorteil ist.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Wie schon erwähnt, starten wir gerade die Expansion in den stationären Fachhandel und wollen bis Anfang 2016 über verschiedene Partner bundesweit in circa 300 Ladengeschäften vertreten sein. Da die Vorlieben in jeder Region etwas anders sind und die Händler vor Ort ihre Klientel am allerbesten kennen, werden wir dabei unsere Stärken der Individualisierung und Personalisierung aus unserer Online-Expertise voll ausspielen und überall etwas modifizierte Produkte anbieten. Weiterhin pushen werden wir durch unsere Innovationsfreude regelmäßig ganz neue Schokoladen-Highlights. Gerade im Geschenkartikel-Bereich sind Innovationen unser Lebenselixier. Jährlich mit zwei bis drei Produktinnovationen aufzuwarten – kürzlich waren es zum Beispiel die echte  Fotoschokolade zum Muttertag, die größten personalisierbaren Schokoladeneier zu Ostern oder die Einführung der veganen Schokolade „Vegolade“ in unser festes Sortiment –  ist ein absolutes Muss für uns. Für das kommende Wintergeschäft mit seinen Saisonhöhepunkten sind wir jetzt schon mit viel Freude am Testen. Wir wollen und werden weiterhin zu den Innovationsführern unserer Branche zählen.

Stephan Uhrenbacher (links) und Philipp Gloeckler haben gemeinsam den Avocado Store aufgebaut.  (Fotos: privat)

Stephan Uhrenbacher (links) und Philipp Gloeckler haben gemeinsam den Avocado Store aufgebaut.
(Fotos: privat)

Avocado Store
Neumacher-Sieger 2010
Gründer: Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher

Avocado Store ist ein Marktplatz für Öko-Produkte. Auf dem Portal können nachhaltigdenkende Nutzer fair gehandelte Aktentaschen oder auch Babystrampler kaufen. Die Gründer haben sich größtenteis zurückgezogen. Wie es dazu kam und was sie heute machen.

Sie haben im Jahr 2010 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Avocado Store gewonnen. Danach sind Sie beide eigene Wege gegangen. Wie kam es dazu?
Uhrenbacher: Ich habe Avocado in meinem Inkubator gestartet, die Strategie mitgestaltet und Startfinanzierung geliefert. Philipp war der aktive Geschäftsführer. Allerdings hat Avocado hat in der Anfangsphase lange gebraucht, und wir konnten ursprünglich weniger Kapital einsammeln als wir gebraucht hätten zum beschleunigen. Philipp hat dann andere Modelle gefunden, die ihn mehr begeistert haben. Ich habe gemeinsam mit dem Team Avocado neben seinen anderen Aktivitäten weiter betrieben.
Gloeckler: 2012 hatte ich die Idee zu der Verleih-App „WHY own it“ und wollte mich voll darauf konzentrieren. Es war für mich der perfekter Zeitpunkt, eigene Wege zu gehen. Bei Avocado Store und von Stephan habe ich viel gelernt und brauchte eine neue Herausforderung. Die Tatsache, dass mir im Gegensatz zu Stephan nur ein kleiner Anteil von AvocadoStore gehörte, hat die Entscheidung für mich vereinfacht.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Uhrenbacher:
9flats, die von mir gegründete Plattform für kurzfristige Wohnungen in Europa, fand sich in einem brutalen Kampf um Marktanteile und hat mittlerweile als erster – wenn nun auch kleiner – Anbieter die Gewinnschwelle erreicht.
Gloeckler: Die Idee einer Verleih-App „WHY own it“ fanden viele super, die Presse hat uns geliebt, aber die Zahlen lagen unter unseren Erwartungen. Ab 2013 wurden wir immer mehr zu einer Beratungsfirma für mobile und E-Commerce-Themen. Anfang des Jahres haben wir dann den Stecker der Verleih App gezogen und drüber gebloggt. Sich einzustehen, dass das zweite Ding nicht geklappt hat, war nicht einfach.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Uhrenbacher: Im Zusammenhang mit Avocado: dass es gelungen ist eine Firma zu bauen, die nun, fünf Jahre nach Gründung phänomenal wächst. Im Moment liegen wir vom Geschäftsvolumen 70 Prozent über Vorjahr, und nächstes Jahr dürften wir zehn Millionen Euro Umsatz der Plattform überschreiten. Nicht schlecht für das Öko- Segment.
Gloeckler: Mein Traum war es immer, eine Firma zu haben, die sowohl Dienstleister ist als auch eigene Projekte umsetzt. Seit 2013 wird dieser Traum greifbar. Unsere Haushaltsbuch-App „just SPENT“ entwickelt sich gut und wir dürfen Großkonzerne und Mittelständler bei spannenden Themen begleiten. Jetzt teilen wir Wissen statt Dinge.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Uhrenbacher:
Am Anfang war es wichtig, Avocadostore als glaubwürdige Adresse  zu etablieren, da hat der Wettbewerb sehr geholfen.
Gloeckler: Glaubwürdigkeit und Selbstvertrauen. Der Gründerpreis war auf jeden Fall ein Ritterschlag, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Was planen Sie für die Zukunft?
Uhrenbacher:
Aktuell arbeite ich an FLIO, einer globale App für Menschen am Flughafen. Ein Markt, in dem die Amerikaner noch nicht führend sind. Start ist in einigen Wochen.
Gloeckler: Die WHY own it GmbH zu einer kleinen und feinen Beratungsfirma für digitale Themen zu etablieren.

Die drei Brüder Patrik, Philipp und Daniel Tykesson haben den Elektroroller Kumpan entwickelt. (Foto: PR/Kumpan Electric)

Die drei Brüder Patrik, Philipp und Daniel Tykesson haben den Elektroroller Kumpan entwickelt.
(Foto: PR/Kumpan Electric)

Kumpan Electric
Neumacher-Sieger 2011
Gründer: Philipp, Patrik und Daniel Tykesson

Mit ihrem Elektroroller Kumpan Electric wollen die drei Brüder ganz leise die Straßen des Erdballs erobern. Die Tykessons begannen einst mit einem Modell, heute können sie schon drei Versionen ihres Elektrollers vorweisen. Im Gespräch erzählen sie, wie sie ihre Internationalisierung vorantreiben wollen und wie es war, erstmals einen Kumpan auf der Straße zu sehen.

Sie haben im Jahr 2011 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Kumpan Electric gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?
Heute sind wir Markt- und Innovationsführer im Bereich der elektrischen Mobilität von 25 bis 45 Kilometer pro Stunde in Deutschland. Wir haben den Elektroroller mit der größten Reichweite und dem flexibelsten Akkuwechselsystem. Wir haben unser damals einziges Elektrorollermodell um zwei weitere Modelle ergänzt, einen Elektrotretroller auf dem Markt gelauncht und unser Zubehörprogramm vervielfacht. Mit über 20 Mitarbeitern arbeiten wir heute in Remagen. Wir drei Gründerbrüder Tykesson sind noch immer vereint und arbeiten gemeinsam mit unseren Mitarbeiter an einem Ziel: weltweit der führende Elektromobilitätshersteller zwischen fünf und 120 Kilometer pro Stunde zu werden.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Erster Punkt: Supply-Chain-Management. Wenn Zulieferer kurzfristig ausfallen und nicht rechtzeitig liefern, kann das einen Jahresplan ganz schön beeinflussen. Man braucht immer einen Plan B und C. Zweiter Punkt: Marketing. Das bedeutete in den ersten Jahre, ein Sensibilisieren der Kunden, dass Elektroroller nicht nur eine Alternative darstellen, sondern insgesamt sogar mehr zu bieten haben als Benzinmotorroller. Dritter Punkt: Erhöhung des Bekanntheitsgrades des Produkts und der Marke.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Dem ersten fahrenden Kumpan auf der Straße zu begegnen. Ein Unternehmen aufzubauen, dass mittlerweile mehr als 20 Mitarbeiter hat und nach drei Jahren bereits den Break Even erreichte. Produkte zu erfinden und weiterzuentwickeln, die nachhaltig, modern und stylisch zugleich sind. Die ersten Patenturkunden in der Hand zu halten. Die Marke „Kumpan electric“ immer weiter zu stärken und auszubauen. Innovationsdurchbrüche in kürzester Zeit zu realisieren.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Die Auszeichnung war eine große Wertschätzung für harte Arbeit und eine Bekräftigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Umso mehr Menschen an die Produktidee glauben, umso einfacher wird es. In den Startjahren ist es ebenfalls ein gutes Aushängeschild um von Partnern und Kapitalgebern ernst genommen zu werden. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Karen Heumann und Jens Tönnesmann bleibt uns sehr positiv in Erinnerung.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Nachdem wir dieses Jahr den Sprung über den großen Teich gewagt haben und unseren ersten Kumpan-Store in Montreal eröffnet haben, planen wir derzeit, die Internationalsierungsstrategie weiter umzusetzen. Desweiteren werden dieses Jahr sowie nächstes Jahr Produktportfolioerweiterungen und neue Modelle gelauncht. Wir planen außerdem innerhalb der nächsten neun Monate eine größere Finanzierungsrunde, um die Expansion weiter voran zu treiben.

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Birgit Gröger und Sebastian Schips (Foto: PR/MeineMöbelfabrik)

Meine Möbelmanufaktur
Neumacher-Sieger 2012
Gründer: Birgit Gröger und Sebastian Schips

Möbel, die nach Maß und nach persönlichem Geschmack gefertigt werden, wollen Birgit Gröger und Sebastian Schips herstellen. Möbelunikat wird in Köngen bei Stuttgart gefertigt – und innerhalb von sechs bis acht Wochen geliefert. Wie sie in den vergangenen drei Jahren gewachsen sind.

Sie haben im Jahr 2012 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Meine Möbelmanufaktur gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?

2012 bestand ‚Meine Möbelmanufaktur‘ aus uns zwei Gründern, heute hat ‚Meine Möbelmanufaktur‘ 37 Mitarbeiter und wir wachsen weiter. Ende 2014 haben wir einen großen Sprung gemacht, indem wir die Schreinerei von Sebastian Eltern integiert haben. Nun liegt nicht nur die Produktvermarktung und Entwicklung in unseren eigenen Händen, sondern wir verantworten auch weiterhin die Produktion.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Die Schreinerei von Sebastians Vater war immer unser Zulieferer – das war eine Besonderheit und hatte einen starken Einfluss auf die Produkte und Produktionsprozesse. Als er sich 2014 in den Ruhestand verabschiedete, standen wir vor der Frage ob wir die Produktion übernehmen oder als Marktbegleiter der Online-Plattform operieren wollen. Für uns war relativ schnell klar, dass wir auch die Produktion in den eigenen Händen halten wollen. Nur so können wir die ausgezeichnete Qualität garantieren und flexibel auf Kundenwünsche und Trends reagieren. Um die benötigte Finanzierung zu bekommen, mussten wir Banken und Investoren von unserem Konzept überzeugen. Natürlich hat uns hierbei auch die Auszeichnung der WirtschaftsWoche geholfen: Das erste Eis war  schnell gebrochen und wir konnten mit Daten, Fakten und Leidenschaft für Möbel nach Maß überzeugen.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Der größte Erfolg sind unsere zufriedenen Kunden. Jede Mail von Kunden, die wir mit unseren Möbeln begeistern konnten, ist ein großer Erfolg für uns. Denn genau auf diesen gründet sich unser Wachstum. Mittlerweile akquirieren wir mehr Neukunden über Empfehlungen als über klassische Werbung. Das zeigt uns, dass die Nähe zum Kunden, flexible Lösungen und eine ausgezeichnete Qulität genau die richtige Positionierung für ‚Meine Möbelmanufaktur‘ war und ist.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Der Neumacher-Wettbewerb hat uns sehr stark geholfen. Gerade auch bei der letzten Finanzierungsrunde: Unsere Auszeichnung war der Eisbrecher, um unsere Konzepte vorzustellen und die Chancen und Risiken im Detail zu diskutieren. Ohne dies wäre der Einstieg sicher etwas schwerer geworden. Aber auch bereits kurz nach dem Gewinn hat die Berichterstattung, dabei geholfen, zu erklären,  dass man Möbel bei uns online planen kann. Ebenso haben uns die Partner ein Netzwerk aus Experten an die Handgegeben um neue Themen, wie zum Beispiel Investorenverhandlung souverän zu meistern. Hier haben wir auch wieder mit Osborn Clark zusammengearbeitet. Unsere Urkunde des WirtschaftsWoche Gründerpreises hängt bei uns gut sichtbar im Eingangsbereich, da wir noch heute richtig stolz auf die Auszeichnung sind.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Wir haben gerade einen neuen Shop für den Profi-Bereich gelauncht: Hier können Schreiner und Monteure Möbelteile und Möbel nach Maß bestellen. Um für diese Zielgruppe einen wettbewerbsfähigen Preis bieten zu können, haben wir die Produkte genau für den Profi zusammengestellt. So werden die Möbel nicht vormontiert, sondern maschinenfallend versendet. Aktueller Fokus liegt natürlich auf der optimalen Abstimmung des neuen Angebotes auf die Anforderungen der Kunden. Und im Endkundengeschäft arbeiten wir gerade an neuen Produkten, um unseren Kunden noch bessere Designs bieten zu können. Passend zum Herbestgeschäft werden diese online zu finden sein.

GeschäftsführungSecomba

Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich (Foto: PR/boxcryptor)

Boxcryptor (Secomba)
Neumacher-Gewinner 2013
Gründer: Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich

Als der ehemalige US-Geheimdienstler Edward Snowden im Juni 2013 die Späh-Aktivitäten öffentlich machte, brachten die beiden Gründer, Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich, ihre Verschlüsselungssoftware Boxcryptor auf den Markt. Warum das goldrichtig war.

Sie haben im Jahr 2013 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Secomba gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?
Unser Unternehmen ist in den letzten Monaten stetig gewachsen. Wir sind aktuell ein Team von knapp 20 Personen und konnten für unser Produkt Boxcryptor Kunden aus mittlerweile über 190 Ländern weltweit gewinnen.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Unsere größte Herausforderung ist die Frage, wie wir das Thema Verschlüsselung so einfach umsetzen können, dass die Cloud sicher nutzen kann – auch ohne tiefgehendes IT-Verständnis. Auf der betriebswirtschaftlichen Seite ist das Thema Vertrieb unsere aktuelle Herausforderung. Bisher konnten wir mehrere zehntausende Kunden ohne eigenen Vertrieb gewinnen, aber nun möchten wir den Vertrieb selbst aktiv in die Hand nehmen.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Unser größter Erfolg ist, dass wir nun endlich alle offenen Stellen in unserem Team besetzt haben. Wir haben lange Zeit nach Verstärkung im Vertrieb sowie im Bereich System Administration gesucht und konnten diese Stellen endlich mit hervorragenden Mitarbeitern besetzen.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Wir konnten am stärksten von der Unterstützung durch Osborne und Clarke profitieren. Dank deren Hilfe konnten wir unser Mitarbeiterbeteiligungsprogramm umsetzen, was für uns ein wichtiger Meilenstein war.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Wir möchten jedem Cloud-Nutzer die Möglichkeit bieten, die Cloud sicher zu nutzen – ohne auf Komfort zu verzichten. Dazu planen wir zum einen natürlich weitere Neuerungen für Boxcryptor. Aber wir haben auch ein paar weitere spannende Ideen im Bereich Cloud-Security in der Vorbereitung, die wir im Laufe der nächsten Monate auf den Markt bringen wollen.

Anna Rojahn, Fast Forward Imaging

Anna Rojahn mit zwei ihrer Teammitglieder (Foto: Privat)

Fast Forward Imaging
Neumacher-Sieger 2014
Gründerin: Anna Rojahn

Anna Rojahn hat mit ihrem Start-up Fast Forward Imaging eine Technologie entwickelt, mit der Gegenstände vor Hintergründen fotografiert werden. Kurz darauf erscheint ein Bild des Produkts, das automatisch vom Hintergrund freigestellt wird und sich per Klick um die eigene Achse drehen lässt – besonders für Online-Shops ist das interessant.

Sie haben im Jahr 2014 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?
Es läßt sich nicht mehr verleugnen: in der Zwischenzeit ist Fast Forward Imaging flügge geworden. Wir haben unsere Prozesse optimiert, neue Kunden gewonnen und eine neue Geräteversion herausgebracht. Wir haben ein neues Büro bezogen und bauen nach und nach unsere Partnerschaften mit verschiedenen Agenturen und spannenden anderen Unternehmen aus.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
In einem Startup besteht die größte Herausforderung eigentlich immer darin, die richtige Balance aus einem Fokus auf das Tagesgeschäft und einer Offenheit für neue Themen zu finden. Aus dem intensiven Dialog mit unseren Kunden und Partnern ergeben sich ständig neue Ideen, die evaluiert und priorisiert werden müssen – und manchmal leider einen langsamen Tod sterben, weil das Tagesgeschäft alle Ressourcen beansprucht.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Für die frühen Phasen im Leben eines Startups ist es oft durchaus nicht übel, wenn es von einem Single Founder geführt wird, weil das die Entscheidungsgeschwindigkeit erhöht. Gleichzeitig kann das dem Startup in der Wachstumsphase auch zum Verhängnis werden, da der Gründer lernen muß, Verantwortung an sein Team abzugeben. Für mich persönlich ist das nicht einfach, da ich von meiner charakterlichen Grundstruktur eher zum Einzelkämpfertum neige. Darum freue ich mich riesig, daß es mir gelungen ist, ein wirklich tolles Team aufzubauen, das gemeinsam an einem Strang zieht und mir den Rücken frei hält. Es hat aber auch bedeutet, daß ich an ein paar Stellen über meinen eigenen Schatten springen mußte – und darauf bin ich persönlich sehr stolz.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Jenseits der tollen Sichtbarkeit und der Preise, die uns der Wettbewerb beschert hat, hat der Neumacher dazu geführt, daß wir eine tolle neue Mitarbeiterin gefunden haben: der Artikel zu unserem Sieg hat unsere Vertrieblerin dazu gebracht, sich initiativ bei uns zu bewerben, und mittlerweile ist Kristin fester Bestandteil unseres Teams.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Natürlich die Weltherrschaft! Aber Spaß beiseite: die Dinge entwickeln sich sehr positiv, und ich beschäftige mich sehr intensiv mit einer möglichen Expansion nach Asien.