Stephan Uhrenbacher (links) und Philipp Gloeckler haben gemeinsam den Avocado Store aufgebaut.  (Fotos: privat)

Stephan Uhrenbacher (links) und Philipp Gloeckler haben gemeinsam den Avocado Store aufgebaut.
(Fotos: privat)

Avocado Store
Neumacher-Sieger 2010
Gründer: Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher

Avocado Store ist ein Marktplatz für Öko-Produkte. Auf dem Portal können nachhaltigdenkende Nutzer fair gehandelte Aktentaschen oder auch Babystrampler kaufen. Die Gründer haben sich größtenteis zurückgezogen. Wie es dazu kam und was sie heute machen.

Sie haben im Jahr 2010 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Avocado Store gewonnen. Danach sind Sie beide eigene Wege gegangen. Wie kam es dazu?
Uhrenbacher: Ich habe Avocado in meinem Inkubator gestartet, die Strategie mitgestaltet und Startfinanzierung geliefert. Philipp war der aktive Geschäftsführer. Allerdings hat Avocado hat in der Anfangsphase lange gebraucht, und wir konnten ursprünglich weniger Kapital einsammeln als wir gebraucht hätten zum beschleunigen. Philipp hat dann andere Modelle gefunden, die ihn mehr begeistert haben. Ich habe gemeinsam mit dem Team Avocado neben seinen anderen Aktivitäten weiter betrieben.
Gloeckler: 2012 hatte ich die Idee zu der Verleih-App „WHY own it“ und wollte mich voll darauf konzentrieren. Es war für mich der perfekter Zeitpunkt, eigene Wege zu gehen. Bei Avocado Store und von Stephan habe ich viel gelernt und brauchte eine neue Herausforderung. Die Tatsache, dass mir im Gegensatz zu Stephan nur ein kleiner Anteil von AvocadoStore gehörte, hat die Entscheidung für mich vereinfacht.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Uhrenbacher:
9flats, die von mir gegründete Plattform für kurzfristige Wohnungen in Europa, fand sich in einem brutalen Kampf um Marktanteile und hat mittlerweile als erster – wenn nun auch kleiner – Anbieter die Gewinnschwelle erreicht.
Gloeckler: Die Idee einer Verleih-App „WHY own it“ fanden viele super, die Presse hat uns geliebt, aber die Zahlen lagen unter unseren Erwartungen. Ab 2013 wurden wir immer mehr zu einer Beratungsfirma für mobile und E-Commerce-Themen. Anfang des Jahres haben wir dann den Stecker der Verleih App gezogen und drüber gebloggt. Sich einzustehen, dass das zweite Ding nicht geklappt hat, war nicht einfach.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Uhrenbacher: Im Zusammenhang mit Avocado: dass es gelungen ist eine Firma zu bauen, die nun, fünf Jahre nach Gründung phänomenal wächst. Im Moment liegen wir vom Geschäftsvolumen 70 Prozent über Vorjahr, und nächstes Jahr dürften wir zehn Millionen Euro Umsatz der Plattform überschreiten. Nicht schlecht für das Öko- Segment.
Gloeckler: Mein Traum war es immer, eine Firma zu haben, die sowohl Dienstleister ist als auch eigene Projekte umsetzt. Seit 2013 wird dieser Traum greifbar. Unsere Haushaltsbuch-App „just SPENT“ entwickelt sich gut und wir dürfen Großkonzerne und Mittelständler bei spannenden Themen begleiten. Jetzt teilen wir Wissen statt Dinge.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Uhrenbacher:
Am Anfang war es wichtig, Avocadostore als glaubwürdige Adresse  zu etablieren, da hat der Wettbewerb sehr geholfen.
Gloeckler: Glaubwürdigkeit und Selbstvertrauen. Der Gründerpreis war auf jeden Fall ein Ritterschlag, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Was planen Sie für die Zukunft?
Uhrenbacher:
Aktuell arbeite ich an FLIO, einer globale App für Menschen am Flughafen. Ein Markt, in dem die Amerikaner noch nicht führend sind. Start ist in einigen Wochen.
Gloeckler: Die WHY own it GmbH zu einer kleinen und feinen Beratungsfirma für digitale Themen zu etablieren.