Michael Bruck mit der hauseigenen Chocri-Schokolade. (Foto: PR/Chocri)

Michael Bruck mit der hauseigenen Chocri-Schokolade.
(Foto: PR/Chocri)

Chocri
Neumacher-Sieger 2009
Gründer: Michael Bruck und Franz Druge

Schokolade selbst kreieren – mit dieser Idee gewannen die Gründer Michael Bruck und Franz Druge im Jahr 2009 den Neumacher-Wettbewerb. Nun steht ihr Start-up Chocri kurz davor, die Vier-Millionen-Euro-Marke beim Umsatz zu knacken. Im Interview erzählt uns Geschäftsführer Bruck, welche Pläne er für die Zukunft hat und warum er Ritter Sport zu Dank verpflichtet ist.

Sie haben im Jahr 2009 den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche mit Ihrem Start-up Chocri gewonnen. Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?
Wir sind seitdem kontinuierlich gewachsen und haben uns mit großer Innovationsfreude immer breiter aufgestellt – sowohl im eigentlichen Kerngeschäft mit individuellen und anderen Schokoladenartikeln aus der eigenen Manufaktur sowie passenden Fremdprodukten als auch im Personalisierungsgeschäft für Drittkunden, zum Beispiel für Coca Cola. Das Kerngeschäft mit Schokoladenartikeln läuft nach wie vor über die Marke chocri. Das Drittkundengeschäft haben wir der Trennschärfe halber letztes Jahr unter einer eigenen Marke namens VeNDI zusammengefasst. Demnächst wird unser Gesamtumsatz die Vier-Millionen-Euro-Marke überschreiten. Neu ist auch unsere sukzessive Expansion in den Offline-Bereich, das heißt, nachdem wir unsere Marktstellung als größte deutsche Online-Confiserie gefestigt und mit der traditionsreichen Confiserie Riegelein aus Cadolzburg bei Nürnberg im letzten Jahr einen neuen strategischen Partner gewonnen haben, streben wir nun verstärkt in den stationären Fachhandel. Bis Anfang 2016 wollen wir über verschiedene Partner bundesweit in circa 300 Ladengeschäften vertreten sein. Die ersten zehn Testpartner führen uns bereits im Sortiment. Die Verhandlungen mit allen anderen Interessenten laufen aktuell. Da sind wir schon ziemlich weit. Ein bisschen stolz sind wir auch auf unser vielseitiges Engagement für den fairen Handel und darauf, dass unser individuelles Steckenpferd – ein nachhaltiges Kinderheimprojekt in Gagnoa an der Elfenbeinküste – unter anderem dank unserer Spenden von inzwischen nahezu 100.000 Euro sehr gut ins Laufen gekommen ist. Geschäftserfolg, Nachhaltigkeit und Spaß an der Arbeit gehen bei uns Hand in Hand. Wir lieben einfach, was wir tun!

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich seitdem stellen mussten?
Da gab es eine ganze Menge und keine war wie die andere. Alle aufzuzählen, würde jetzt zu weit führen. Da ich unsere aktuelle Herausforderung – die Expansion in den stationären Fachhandel – schon erwähnt habe, greife ich mal die letzte große Herausforderung davor heraus. Im Jahr 2014 haben wir uns unternehmensstrategisch sehr auf das Suchen und Finden eines neuen strategischen Partners konzentriert, wie es uns letztlich mit der Zwei-Drittel-Übernahme durch die traditionsreiche Confiserie Riegelein aus Cadolzburg bei Nürnberg gelungen ist. Diese Partnerschaft haben wir lange ausgelotet und sind überzeugt, dass sie für beide Seiten langfristig von Vorteil sein wird. Unserem vormaligen Ein-Drittel-Partner, der Alfred Ritter GmbH & Co. KG aus Waldenbuch, bekannter unter der Marke Ritter Sport, der uns nach dem Gewinn des Gründerpreises der WirtschaftsWoche 2009 von 2010 bis 2014 unterstützt hat, sind wir natürlich ebenso zu Dank verpflichtet. Auch aus dieser Zusammenarbeit haben wir viel gelernt und mitgenommen.

Was waren die größten Erfolge für Sie persönlich?
Der allergrößte Erfolg für mich persönlich ist natürlich, dass das einst kleine Start-up chocri nicht nur einfach seit 2008 bis heute existiert, sondern dass es sich vielmehr aus dem Kleingeschäft in der privaten Küche inzwischen blendend zu einem kleinen mittelständischen Unternehmen entwickelt hat. Ein bisschen stolz macht mich auch, dass dies vom Markt und von der wachsenden Kundschaft mehr und mehr honoriert wird. Das Feedback ist durch und durch positiv. Nicht nur der Umsatz und unsere Geschäftsfelder wachsen kontinuierlich, auch die Bekanntheit unserer Kernmarke chocri hat inzwischen ein Standing erreicht, mit der wir führend in der Branche sind. Ohne jetzt irgendwie arrogant wirken zu wollen, würde ich mal behaupten, dass wir neben einem sehr bekannten Müsli-Hersteller zu den zwei bekanntesten Marken im Bereich der Mass Customization von Lebensmitteln zählen. Unsere Ideen und unser Erfolg sprechen sich herum und vor allem für sich selbst.

Wenn Sie auf die Zeit vor der Preisverleihung zurückblicken: Was hat Ihnen der Neumacher-Wettbewerb gebracht?
Der Wettbewerb 2009 hat uns mit einer Menge neuer Erfahrungen und Kontakten, die sich daraus ergeben haben, förmlich überflutet. Gerade der Input auf allen Ebenen war sehr wertvoll für uns. Ich persönlich empfand die Learnings daraus sehr nachhaltig. Außerdem hat uns der Wettbewerb in der Folge bekanntermaßen auch zu unserer ersten strategischen Partnerschaft mit einem großen Markenartikler aus dem Süßwarenbereich und damit wiederum zu neuem Know-how verholfen. Es waren viele Prozesse, die zum Besten der Unternehmensentwicklung ineinanderflossen und wieder neue Anstöße auslösten, von denen wir bis heute profitieren. Last but not least hat er uns natürlich auch stark bei der Erhöhung unseres Bekanntheitsgrades geholfen, was bei einem markenbasierten Geschäftsmodell wie dem unsrigen, das auf Herstellung und Vertrieb hochwertiger und etwas teurerer Genussprodukte beruht, durchaus von Vorteil ist.

Was planen Sie mit Ihrem Start-up für die Zukunft?
Wie schon erwähnt, starten wir gerade die Expansion in den stationären Fachhandel und wollen bis Anfang 2016 über verschiedene Partner bundesweit in circa 300 Ladengeschäften vertreten sein. Da die Vorlieben in jeder Region etwas anders sind und die Händler vor Ort ihre Klientel am allerbesten kennen, werden wir dabei unsere Stärken der Individualisierung und Personalisierung aus unserer Online-Expertise voll ausspielen und überall etwas modifizierte Produkte anbieten. Weiterhin pushen werden wir durch unsere Innovationsfreude regelmäßig ganz neue Schokoladen-Highlights. Gerade im Geschenkartikel-Bereich sind Innovationen unser Lebenselixier. Jährlich mit zwei bis drei Produktinnovationen aufzuwarten – kürzlich waren es zum Beispiel die echte  Fotoschokolade zum Muttertag, die größten personalisierbaren Schokoladeneier zu Ostern oder die Einführung der veganen Schokolade „Vegolade“ in unser festes Sortiment –  ist ein absolutes Muss für uns. Für das kommende Wintergeschäft mit seinen Saisonhöhepunkten sind wir jetzt schon mit viel Freude am Testen. Wir wollen und werden weiterhin zu den Innovationsführern unserer Branche zählen.