Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt das Start-up Kasisto mit MyKai. Über den Chatbot, der über den Facebook-Messenger, das Programm Slack oder via SMS funktioniert, können Nutzer bereits Geld überweisen und ihren Kontostand erfahren. Kasisto in ein Spin-Off von SRI International, das einst zur Stanford-Universität gehörte. Das Forschungsinstitut entwickelte bereits Siri, den virtuellen Assistenten von Apple.

Für Nutzer ist der Service äußerst bequem. Sie können ihre Finanzgeschäfte auf Plattformen erledigen, auf denen sie sich ohnehin schon aufhalten. Theoretisch wäre es sogar möglich, dass Bankkunden komplett auf Apps oder andere Online-Banking-Zugänge verzichten können. Stattdessen „sprechen“ sie mit einem Chatbot und erledigen Überweisungen unkompliziert. Das spart Zeit und ist für Nutzer attraktiv.

Zugegeben, noch sind Chatbots unter FinTechs eher Nische statt Normalität. Es wäre allerdings wenig verwunderlich, wenn sich Bankkunden künftig häufiger mit einem Computer unterhalten als mit einem Bankberater, denn das Potential von Chatbots im Bankensektor ist gigantisch. Es wird spannend zu sehen, welche deutschen FinTech-Start-ups als erstes komplett auf Chatbots setzen werden.