Mit seinem Erfindergeist begeisterte Tobias Gerbracht die Löwen – und sicherte sich gleich zwei Angebote. Wie es nach der Aufzeichnung weiterging, erzählt er im Interview. 

„Sie haben das Zeug zu einem Seriengründer“ sagte Carsten Maschmeyer zu dem ersten DHDL-Kandidaten dieser Staffel – und machte dem erst 20-jährigen Tobias Gerbracht gleich ein Angebot. Der kam mit einem von ihm entwickelten Staubsaugeradapter in die Sendung, der dafür sorgen soll, dass Kleinteile wie Ohrringe und Legosteine nicht mehr im Beutel landen.

Mit seiner Idee und einem gut vorbereiteten Pitch begeisterte der Wuppertaler die Jury und bat  um 100.000 Euro für 35 Prozent, um seinen Prototypen zur Marktreife zu bringen. Am Ende kamen er und Ralf Dümmel ins Geschäft. Wie es für Catch Up weiterging, erzählt der Industrial-Design-Student im Interview. 

Herr Gerbracht, herzlichen Glückwunsch zum Deal. Wie ging es für Sie nach der Aufzeichnung weiter? 
Danke! Es kam tatsächlich zur sofortigen Zusammenarbeit mit Ralf. Wir haben uns direkt nach meinem Auftritt eine Weile privat unterhalten, dann musste er sich für den nächsten Pitch wieder in die Löwenhöhle zurückziehen und ich habe währenddessen mit seinem Team schon die nächsten Schritte besprochen.

Ralf Dümmel wagte in der Sendung die Prognose, dass Sie beide ein perfektes Team abgeben würden. Hat er recht behalten?
Ich hatte vor meinem Pitch nochmal alle Sendungen der vergangenen zwei Staffeln analysiert und mich intensiv über die Löwen erkundigt. Ich wusste, dass Ralf auf sein Team von 400 Mitarbeitern zurückgreifen und mir deshalb eine rasante Markteinführung ermöglichen kann. Deshalb war er mein Wunsch-Löwe. Wir sind voll auf einer Wellenlänge und ich hatte sofort das Gefühl, ihn schon lange zu kennen – was vielleicht auch daran liegt, dass ich die Sendung schon seit zwei Jahren schaue! Mit Ralf und seiner Firma DS Produkte zusammenarbeiten zu dürfen, übertrifft meine Erwartungen. Es ist unfassbar, wie schnell wir es gemeinsam geschafft haben, den Prototypen aus der Sendung zur Marktreife zu bringen.

Neben Ralf Dümmel hat auch Carsten Maschmeyer Ihnen ein Angebot gemacht. Haben Sie sich darum ein wenig geärgert, dass Sie 35 Prozent an Ihrem Unternehmen abgegeben haben, weil auch weniger möglich gewesen wäre?
Ich habe mich definitiv nicht geärgert, denn ich habe mir vorher alles gut überlegt und fand es super, dass die Löwen mein Angebot als fair empfunden haben. Ich strebe ja eine langfristige Partnerschaft an und weiß es sehr zu schätzen, was Ralf mit seinem Team für mich leistet – da ist die Abgabe von 35 Prozent der Anteile absolut gerechtfertigt.

Warum sind Sie überhaupt in „Die Höhle der Löwen“ gegangen? Hatten Sie auch schon vorher versucht auf anderen Wegen Investoren für Ihre Idee zu finden? 
Ich habe schon mit früheren Projekten versucht, ein Start-up zu gründen, zum Beispiel mit einer Augmented Reality Technik. In diesem Zusammenhang hatte ich sogar einen SAP-Unternehmerpreis gewonnen. Aber bisher scheiterte alles, weil ich keinen strategischen Partner an meiner Seite hatte, der mir mit Erfahrung und Expertise zur Seite stand. Um ein Produkt im Prototypenstatus zur Marktreife zu bringen, ist so viel Arbeit, Know-How und betriebswirtschaftliche Erfahrung erforderlich – das kann ich als Einzelperson gar nicht stemmen, vor allem nicht in kurzer Zeit. Aber gerade in der Produktentwicklung ist ja Schnelligkeit der Schlüssel zum erhofften Erfolg. Deshalb war die Teilnahme an der Sendung für mich die perfekte Chance – und Ralf der perfekte Löwe!

Apropos Zeit: Dagmar Wöhrl befürchtete, dass Sie sich wegen Ihres Studiums nicht einhundertprozentig auf Ihr Start-up konzentrieren können… 
Wer mich kennt, weiß, dass ich mein Pflichten sehr zeiteffizient erledige und deshalb immer genug Zeit für aktuelle Projekte hatte und habe. In der Oberstufenzeit wurde ich zweimal Bundessieger bei Jugend forscht und durfte Deutschland auf zwei Weltmeisterschaften in den Bereichen Physik und Ingenieurswesen vertreten. Die Schule hat darunter nicht gelitten, auch wenn ich keinen NC fürs Medizinstudium erreicht habe. Mein Industrial Design Studium ist natürlich sehr anspruchsvoll, aber ich schaffe es trotzdem, zeitlich alles perfekt zu kombinieren, weil mich die sehr aufwändigen Jugend forscht Projekte in dieser Hinsicht super vorbereitet und geprägt haben. Deshalb werde ich natürlich weiterhin studieren und gleichzeitig genug Zeit für mein Start-up haben.

Die Jury haben Sie ja im Sturm erobert, auch Frank Thelen, der ja für seine manchmal harte Kritik bekannt ist, fand Sie als Gründerpersönlichkeit toll. Allerdings  kritisierte er, dass Catch Up kein Produkt der Zukunft sei, weil er davon ausgeht, dass Saugroboter diese ungeliebte Aufgabe im Haushalt übernehmen werden. 
Dazu habe ich zwei Meinungen: Zum einen bin ich ähnlich wie Frank jemand, der sehr zukunftsorientiert denkt. Andererseits sehe ich die Welt so, wie sie jetzt ist, und es wird sicherlich noch dauern, bis jeder Haushalt über einen eigenen Saugroboter verfügt. Deshalb löse ich ein aktuelles Problem, welches die Menschen jetzt ärgert. In punkto Saugroboter habe ich übrigens für die Zukunft auch schon innovative Lösungsansätze im Kopf, aber die werde ich jetzt noch nicht verraten.

Das wird etwas Großes, haben Sie am Ende gesagt: Wie steht es aktuell um Catch Up? 
Das muss mir im Überschwang der Gefühle rausgerutscht sein! Ich hoffe natürlich, dass sich viele Menschen für den Problemlöser Catch>>Up begeistern werden, damit würde ein Traum für mich in Erfüllung gehen! Wir haben circa 250.000 Stück in den Handel gesandt und seit der Ausstrahlung der Sendung ist der Catch>>Up nun online bestellbar in meinem eigenen Shop, bei Otto und Amazon und auch im stationären Handel beispielsweise bei Netto, DM und Karstadt.

Und jetzt wollen wir natürlich gerne noch eines wissen: Was hat Ihre Oma gesagt? Sie war ja gewissermaßen der Ideengeber..
Meine Oma hat sich riesig für mich mitgefreut, weil sie ja wusste, dass es seit Jahren mein größter Traum war, ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen! Und dass sie praktisch der Auslöser war, macht sie unheimlich glücklich!