Welche Rolle hat dabei die TV-Werbung gespielt? Cashboard hatte ja bei von SevenVentures Werbevolumen in Höhe von vier Millionen Euro gewonnen.

Von dem Budget haben wir erst einen Teil genutzt und es ist natürlich auch nicht so, dass die Leute den Spot sehen und direkt ein Konto bei uns eröffnen. So etwas funktioniert bei Spontankäufen oder Lieferdiensten. Doch die indirekten Effekte haben wir deutlich gespürt. Geldanlage ist ja immer ein Vertrauensthema und da helfen die TV-Spots enorm.

Sie verdienen über eine Gewinnbeteiligung erst, wenn ihre Anleger eine Rendite von mehr als zwei Prozent erzielen. Das dürfte jetzt aber trotzdem schwieriger werden?

Auch da bin ich optimistisch. Der Ansatz ist richtig und entwickelt sich gut. Wir berechnen die Gewinnbeteiligung ja immer erst nach einem Zwölf-Monats-Zyklus und da sind jetzt die ersten vorbei. Dabei ist auch für uns eine ganze Menge herumgekommen.

Das heißt?

Genaue Zahlen kann ich hier nicht nennen. Aber wenn jemand 10 000 Euro anlegt und damit fünf Prozent erzielt, erhalten wir davon 50 Euro. Das klingt vielleicht nicht viel, doch in der Summe lohnt es sich. Allein im Februar werden wir unsere Umsätze im Vergleich zum Vormonat verdoppeln.

Können die Turbulenzen an den Finanzmärkten den Fintech-Boom bremsen?

Durch das derzeitige Börsenumfeld könnten sich Exits verschieben. Wobei das für Start-ups aus allen Branchen gilt und nicht nur für Fintech.

Trotzdem denke ich, dass die Entwicklung von Fintech noch ganz am Anfang steht. Wir sind jetzt etwa da, wo die Reiseindustrie vor zehn Jahren stand, als man zum ersten Mal selber seine Flüge und Hotels im Internet buchen konnte.

Man sieht auch eine enorme Veränderung, vor allem bei den etablierten Playern. Als wir 2014 angefangen haben, gab es den Begriff Fintech noch nicht. Und von den Vertretern der Finanzbranche wollte kaum jemand mit mir als kleinem, dahergelaufenen Gründer aus dem Osten reden. Heute könnte ich dagegen jede Woche einen Vortrag vor Bankern halten.