Auf der Seite vergleichen aktuell Profis zwischen tausenden Anlagemöglichkeiten. Bald soll das auch für den normalen Nutzer möglich sein. Eine Finanzierung stärkt das Start-up.

Ein Mischfonds aus weltweiten Aktienwerten, ein Investment in Rohstoffe: Das Portal Capinside will Leistungswerte, Ratings und Kennzahlen der verschiedensten Anlagemöglichkeiten auf seiner Seite zum Vergleich aufbereiten – aktuell sind nach eigenen Angaben bereits 40.000 Finanzprodukte durchsuchbar. „Wir wollen die besten darin sein, Daten aufzubereiten und zu aggregieren, wenn es um Investments geht“, gibt Gründer Philipp Schröder das ehrgeizige Ziel aus.

Jetzt vermelden die Anlage-Experten eine eigene Finanzierung: Eine Reihe von privaten Geldgebern stellt dem im vergangenen September gestarteten Capinside insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das Kapital soll beim nächsten großen Schritt helfen: In diesem Frühjahr will sich die Seite für private Nutzer öffnen. Das hehre Ziel des Hamburger Start-ups: Man wolle bei den Verbrauchern durch Transparenz Vertrauen in Investmentfonds zurückgewinnen, „indem wir unsere Vergleichstechnologie so entwickeln, dass in Zukunft auch private Anleger bessere und mündigere Finanzentscheidungen treffen“, sagt Schröder.

Analysen für Finanz-Profis – und bald auch Verbraucher

Aktuell ist der Kreis auf Menschen beschränkt, die sich beruflich mit der Vermittlung von Geldanlagen beschäftigen – etwa Finanzmaklern oder den Analysten in privaten Vermögensverwaltungen. Nach eigenen Angaben haben sich aus dieser spitzen Zielgruppe bereits 7000 Nutzer registriert. Für diese Profi-Anleger will Capinside auch in Zukunft als Orientierungstool dienen, dass den eigenen Research ergänzt. In Zukunft könnten hier auch Mitgliedsgebühren fällig werden, für die die Anleger dann besonders aufwändige Analysemöglichkeiten auf der Seite nutzen können.

Der bedeutendere Teil der Umsätze soll jedoch auf andere Wege entstehen: Heute schon können sich Fonds auf der Seite hervorgehoben präsentieren – Logos von Investmentfirmen wie Blackrock, Pimco oder Bonafide sind bereits zu finden. Zudem will es das Start-up einigen Fonds gegen Gebühr ermöglichen, sich direkt an die Schnittstellen des Portals anzudocken – und so einen möglichen Kaufvorgang von neugierig gewordenen Nutzern zu vereinfachen.

Gründer Schröder betont jedoch, dass niemals Provisionen fließen sollen, um einen Fonds besser oder schlechter im Ranking zu platzieren. Zudem sollen sich Anbieter nur dann präsentieren dürfen, wenn ihre Produkte auf dem vorderen Teil der Rangliste auftauchen. Schröder sieht sich mit seinem Team von aktuell 30 Mitarbeitern nicht als Konkurrenz zu den Depotverwaltungen von Banken: „Wir ersetzen die Depotanbieter nicht“, sagt der Gründer im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer, „wir setzen uns darüber.“

Aufsichtsratschef aus der Allianz-Welt

Für dieses Konzept konnte Capinside eine Reihe erfahrener Investmentspezialisten und Unternehmer gewinnen. Angeführt wird die aktuelle Millionenfinanzierung von Thomas Pütter, lange Jahre Chef der Beteiligungssparte der Allianz. Er übernimmt nun auch den Aufsichtsratsvorsitz bei Capinside. Dazu kommt Andreas Kupke, der das Vergleichsportal Finanzcheck.de mitgegründet hat – das wurde im vergangenen Jahr für 285 Millionen Euro von Scout24 übernommen.

Ebenfalls dabei ist Alexander Holtappels, Gründer des Hamburger Software-Hauses Sabio. Ein weiterer Investor ist schon lange Jahre eng mit Schröder verbunden: Christoph Ostermann ist Gründer des Batteriespeicher-Start-ups Sonnen – hier war Capinside-Gründer Schröder bis zum vergangenen Herbst mehrere Jahre in Spitzenpositionen tätig.