Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche trete heute die Gründer von C2S2, Florian Beese und Aram Kaven-Moser, an. Ihr Start-up liefert einen Chatbot für Compliance-Fragen. Wie urteilt Investorin Nina Rinke?

Aram, Florian, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bringen die Verhaltensregeln der Unternehmen zum Mitarbeiter, wenn er sie braucht. Das können Regeln zur IT-Sicherheit, zu Reisen und aktuell zu Hygiene und Kurzarbeit sein. Der Mitarbeiter gibt im Intranet eine Frage ein, etwa: „Darf ich den Ehepartner mit zum Geschäftsessen nehmen?“ Unsere Technik zieht aus Tausenden Regeln, die manche Unternehmen haben, aus Gesetzen und Tarifverträgen ein Extrakt und gibt eine konkrete Antwort. Das erspart dem Mitarbeiter die lange Suche oder den Anruf in einer Hotline.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben jahrelang als Corporate-Governance- und E-Commerce-Spezialisten etwa bei EY, der Telekom und Mister Spex gearbeitet. Da haben wir mitbekommen, dass E-Learning-Angebote nicht gut funktionieren. Fragen müssen aber dann beantwortet werden, wenn sie auftauchen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Unternehmen zahlen eine einmalige Gebühr dafür, dass wir ihr Regelwerk erfassen. Je mehr Regeln es sind, desto teurer wird es. Danach zahlen die Firmen ein Abo für unseren Service, abhängig von der Mitarbeiterzahl.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Wir sind perfektionistisch. Unser Produkt muss sehr individuell sein, da es an der Kultur unserer Kunden und deren Top-Management anknüpft.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind in allen Altersklassen von Anfang 20 bis über 60 Jahren vertreten. Und wir sind Frauen und Männer.

Was war euer größter Rückschlag?
Als Gründer fängt man immer wieder von vorn an – wenn ein wichtiger Mitarbeiter kündigt oder ein Neukunde auftaucht. Für uns Konzerngewächse war das gewöhnungsbedürftig.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir deutschlandweiter Marktführer in der digitalen Kommunikation von Unternehmensregeln.

Fakten zum Start-up

Kunden: 10 – darunter Konzerne wie Audi und Rewe sowie industrielle Mittelständler
Finanzierung: Eigenmittel und Wagniskapital
Gründung: 2015 in Bonn
Mitarbeiter: 5

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Technologie ist sehr praxisnah. Das für uns entscheidende Potenzial zum Einhorn hängt in meinen Augen von der internationalen Skalierbarkeit der Lösung ab.“
Nina Rinke gehörte zu den Ersten beim Münchner Einhorn Celonis und ist heute Investmentanalystin für Earlybird

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