Der Gründer sollte außerdem von Beginn an damit rechnen, dass auch einmal ein Schuldner spät oder gar nicht bezahlt – ohne, dass es die ganz Kalkulation durcheinander wirft. Ein solides Unternehmen muss Liquiditätsengpässe überbrücken können. Denn wenn das Geld fehlt, fehlt es nicht nur am Gehalt des Gründers oder seiner Angestellten, sondern auch an den nötigen Mitteln für weitere Investitionen. “Gründer müssen sich genau mit dem Finanzbedarf beschäftigen und einen Puffer einplanen”, sagt deshalb auch Zeuner von der KfW.

Fachverbände können Hilfestellung geben

Viele Gründer unterschätzen aber nicht nur ihren Finanzbedarf, sie halten auch die Zahlungsbereitschaft ihrer potentiellen Kunden für höher, als sie tatsächlich ist. So zeigt der Gründerreport der Deutschen Industrie- und Handelskammer, dass 34 Prozent der gescheiterten Gründer schlicht mit zu viel Umsatz kalkuliert haben. Die Rechnung: “Kostet wenig, bringt viel” stimmt jedoch in der Realität nur sehr selten. “Grundsätzlich sollte jeder Gründer fachliche und kaufmännische Vorkenntnisse haben und sein künftiges Produkt kennen beziehungsweise wissen, wie er es in den Markt bringt oder für welche Preise er am Markt verkaufen kann”, sagt Schmitt-Wollschläger. Zur Not könnten Fachverbände bei der Umsatzprognose behilflich sein.

Außerdem müssen Gründer saisonale Schwankungen miteinberechnen, wenn sie nicht von plötzlichen Umsatzeinbrüchen überrascht werden wollen. “Wenn ich beispielsweise eine Eisdiele aufmache, muss ich berücksichtigen, dass ich in den Wintermonaten weniger Umsätze erziele als in den Sommermonaten”, erklärt Schmitt-Wollschläger. Und wessen Zielgruppe überwiegend Schüler seien, müsse daran denken, dass die in den Ferien mit den Eltern im Urlaub sind und als Kunden wegfallen.