Die Schlamperei – oder in vielen Fällen auch Blauäugigkeit – rächt sich schnell. Für das erste Geschäftsjahr planen die Gründer, so zeigen es Studien der KfW, mit einem Finanzbedarf von durchschnittlich 102.000 Euro. Im gleichen Zeitraum fallen aber Kosten von 152.000 Euro für Investitionen und Betriebsmittel an. Das Auffällige: Je geringer die Gründer ihre Kosten ansetzen, desto höher nachher die Differenz. Wer davon ausgeht, im Jahr weniger als 25.000 Euro für Miete, Betriebsmittel und das eigene Gehalt auszugeben, benötigt letztlich 82.500 Euro – mehr als dreimal so viel.

Was es für Erfolg braucht

Kleine Schritte
Fragen Sie sich: Was ist der kleinstmögliche Schritt in Zielrichtung, den ich jetzt sofort angehen kann?
Querdenken
Machen Sie nicht das, was Sie immer machen. Fragen Sie sich lieber: Wenn das Bewährte, Normale und Gewohnte nicht funktioniert, was wäre dann zur Abwechslung mal eine verrückte, abnormale, quer gedachte, ungewohnte Lösungsoption?
Direkt fragen
Fragen Sie den Chef selbst: “Möchten Sie Zahlen und Grafiken oder was erwarten Sie von mir?” Das erfordert Mut, aber auf die Antworten können Sie sich verlassen.
Ehrlichkeit
Seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst. Ehrlich motiviert am besten. Und ehrlich funktioniert am besten. Wer ehrlich und aufrichtig zu sich selbst und seinen Wünschen steht, ist authentisch.
Stärke zeigen
Nur wer dranbleibt, hat nachhaltig Erfolg. Und dranbleiben kann nur, wem Misserfolge und Rückschläge wurscht sind. Auf negative Resonanz sollten Sie nicht grübelnd reagieren. Denken Sie sich: „Jeder Rückschlag macht mich stärker! Ich steck euch in den Sack!“

Wer dagegen mit einem jährlichen Bedarf von 25.000 bis 100.000 Euro rechnet, hat im Mittel einen Mehrbedarf von 90 Prozent und Unternehmen, die mit mehr als 100.000 Euro rechnen, geben 65 Prozent mehr aus als geplant.  Im Durchschnitt aller Gründer ergibt sich dadurch eine Abweichung zum Businessplan von 122 Prozent.  Nur bei 28 Prozent der Geschäftspläne blieb das Budget im Rahmen.

Die Experten der KfW gehen davon aus, dass gerade kleineren Unternehmen, die mit niedrigen Kosten gerechnet haben, plötzliche Veränderungen stärker spüren. Wenn der Gastronom an der Ecke merkt, dass er die Belastung, Koch, Kellner und Buchhalter in Personalunion zu sein, nicht mehr alleine schultern kann und zwei Mitarbeiter einstellt, wird es teuer. Doch was Personalplanung und Bedarf anbelangt, hapert es nicht nur bei kleinen Unternehmen. So zeigt die Studie, dass Unternehmen, die Mitarbeiter beschäftigen, die größte Differenz zwischen geplanten und tatsächlichen Kosten aufweisen. Sie haben im Vergleich einen Mehrbedarf von 172 Prozent, Gründer ohne Mitarbeiter liegen nur 44 Prozent über Plan. “Gründer sollten immer ein Wachstumsszenario einplanen”, empfiehlt Zeuner deshalb. Dazu gehören auch die Bruttokosten zusätzlicher Mitarbeiter.

Businessplan: Puffer für unvorhergesehne Ausgaben einplanen

Auch das IfM beobachtet immer wieder, wie Neugründer an unvorhergesehenen Ereignissen scheitern. Die Mittelstandsexperten raten deshalb dazu, die Finanzierung so zu gestalten, dass sie auf verschiedene Unternehmensverläufe reagieren können.

Deshalb sollten Gründer neben einer Rentabilitätsvorschau, in der die geplanten Umsätze den erwarteten Kosten jährlich gegenübergestellt werden, auch eine Liquiditätsplanung aufstellen, wie Schmitt-Wollschläger empfiehlt. “Da werden die monatlichen Kosten und Einnahmen gegenüber gestellt und man kann besser einschätzen, wie viel Geld man braucht. Außerdem empfehle ich jedem Gründer, einen gewissen Puffer für die Anlaufphase einzuplanen, damit man nicht nach drei Monaten aufgeben muss, weil das Geld nicht reicht, monatliche Schwankungen auszugleichen.”