Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute Maximilian Zielosko, der Mitgründer von Buchhaltungsbutler, an. Sein Start-up hilft kleinen Unternehmen bei der Abrechnung. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Maximilian, du hast eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet dein Elevator Pitch?
Wir haben eine Cloud-Software entwickelt, welche die Finanzbuchhaltung kleiner und mittelgroßer Unternehmen fast komplett automatisiert. Der Unternehmer kann Hunderte Geschäftsvorgänge mit ein paar wenigen Klicks erfassen und die Daten aufbereitet direkt an seinen Steuerberater weitergeben. Unsere Software ist dazu mit Bankkonten und mit Zahlungsdienstleistern wie PayPal verbunden. Auch erfassen wir per E-Mail eintreffende Belege automatisch und verknüpfen sie mit den Zahlungen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Maximilian, der bereits selbstständig war, war ziemlich genervt vom Lexware Buchalter, dem heutigen Standardprogramm für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland. Konrad ist Informatiker und wollte gern ein Technologie-Start-up gründen. Also haben wir uns zusammengetan.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Unternehmen bezahlen monatlich oder jährlich für unseren Dienst.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Unsere Kultur ist kollaborativ. Es ist egal, ob ein Gründer oder ein Praktikant eine Idee hat. Ist sie gut, wird sie umgesetzt. Wir alle wollen die Firma voranbringen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
In unserem 18-köpfigen Team gibt es zwar nur drei Frauen. Aber wir sind recht international, mit Leuten etwa aus Argentinien, Venezuela und Polen.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir waren bei der Bankenanbindung lange von einem Anbieter abhängig, der viele technische Probleme hatte. Wir mussten die ausbaden, was uns Monate an Arbeit gekostet hat, die wir gern in unser Produkt gesteckt hätten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann haben wir eine hohe fünfstellige Zahl Kunden und sind in mehreren europäischen Ländern aktiv.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehrere Tausend
Finanzierung: Eigenmittel, Fördergeld, stille Beteiligung
Gründung: 2015 in Berlin
Mitarbeiter: 18

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 3/5

Urteil: „Das Start-up löst ein klares Problem: Chaos in der Buchhaltung. Bestehende Software ist oft veraltet. Dennoch wird es eine Herausforderung sein, die Alten zu verdrängen.“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels

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