Zusätzlich kauft der Leipziger die Bestände anderer Videotheken auf, die dicht gemacht haben, und verkauft sie online. Und er organisiert Familien-Events wie Halloween- und Silvester-Partys, mal auf dem eigenen Gelände, mal woanders. Der Veranstaltungsservice soll weiter aufgebaut werden. „Nur vom Filmverleih könnte ich nicht mehr leben“, sagt er.

Viele Berufe und Branchen passen sich den veränderten Marktbedingungen an. Wie die Videothek zur Event-Location oder zum DVD-Bringservice wurde und die Buchbinderei zur Galerie oder zum Online-Bestell-Portal, wurde der Drahtzieher zur Fachkraft für Metalltechnik und der Drucker zum Medientechnologen.

Kaum ein Beruf stirbt völlig aus

Das Image der existenzgefährdeten Berufe scheint eher Zukunftsangst und Mär zu sein als Realität. „Wir haben eigentlich keine aussterbenden Berufe“, sagt Irmgard Frank vom Bundesinstitut für Berufsbildung. In vielen handwerklichen Bereichen wie bei Schuhmachern und Steinmetzen aber auch bei Bäckern und Metzgern gibt es laut Frank sogar mehr Kundeninteresse als Menschen, die den Beruf ausüben und sich mit ihm selbstständig machen möchten. Im Vergleich zu früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten ist die Kundennachfrage zwar geringer, aber nicht völlig verebbt.

So läuft der DVD-Verleih in der Filmoase nicht so schlecht, wie man meinen könnte. Immer wieder schließen Videotheken in der Umgebung. Dann kommen die Kunden zu Meißner. Der Markt könne eng und der Verdrängungswettbewerb groß sein, meint Berufs-Expertin Frank, aber es gäbe immer noch Interessenten. „Man muss nur ein Alleinstellungmerkmal herausarbeiten.“