Der Investor legt einen neuen Frühphasenfonds mit Fokus auf Start-ups im Industrieumfeld auf – 80 Millionen Euro sind schon in der Kasse.

Beim Flugtaxi-Start-up Volocopter ist sie ebenso beteiligt wie beim Buchhaltungs-Start-up Zeitgold und dem Limousinenservice Blacklane: Die Wagniskapitalgesellschaft btov Partners zählt zu den aktivsten und bekanntesten Frühphaseninvestoren in Europa. Gegründet im Jahr 2000, verwaltet das Unternehmen, das Büros in Berlin, Luxemburg, München und St. Gallen hat, eigenen Angaben zufolge aktuell ein Vermögen von 420 Millionen Euro. Über 3.000 Investitionsmöglichkeiten würden jährlich geprüft.

Nun nimmt botv verstärkt Technologie-Start-ups aus dem Industrieumfeld ins Visier. Wie das Unternehmen gestern bekanntgab, sind für einen entsprechenden Fonds bereits 80 Millionen Euro eingesammelt worden. Die Summe soll in den kommenden Monaten noch wachsen. Unter den Kapitalgebern sind mehrere öffentliche Stellen – darunter die LfA Förderbank Bayern, die NRW.Bank und der Europäische Investmentfonds (EIF).

Erst-Investments von bis zu drei Millionen Euro

Üblicherweise investiere der „Industrial Technologies Fonds“ eine bis drei Millionen Euro in Seed- und Series-A-Finanzierungsrunden, teilte btov Partners mit. Inhaltlich im Fokus stünden unter anderem Robotik, IoT-Anwendungen, Künstliche Intelligenz zur Optimierung industrieller Prozesse und neue Produktionstechnologien. Mustergültig sei etwa das DyeMansion: Das Münchener Start-up ist auf die Nachbearbeitung von 3D-gedruckten Kunststoffteilen spezialisiert – btov hatte sich im August beteiligt.

btov unterhält zudem einen „Digital Tech Fonds“ mit einem breiteren Fokus. Jüngstes Investment dort ist eine Beteiligung an Sharpist. Das Berliner Start-up will das Coaching von Führungskräften per App digitalisieren – und hat heute den Abschluss einer siebenstelligen Finanzierungsrunde gemeldet. Neben den selbst aufgelegten Fonds ist ein Standbein von btov Partners die Vermittlung von Investments an Business Angels. Zudem betreut das Unternehmens Fonds anderer Firmen. Dazu gehört etwa das Portfolio des Schweizer Medienkonzerns Ringier.