US-Wissenschaftler, die bei knapp 200 Start-ups nach den Ursachen für das Scheitern forschten, fanden heraus: Das Geld ging den Unternehmen aus, die mit fremden Gelder finanziert wurden. Und nach dem Ausbleiben des Erfolgs mit zahlreichen Mitarbeitern auf der Gehaltsliste und teuren Großraumbüros dastanden.

Dass es dafür langsamer zugeht, nehmen die beiden Gründer in Kauf. Bei 42he blieben die beiden Gründer zu Beginn bei ihrem studentischem Lebensstil und konzentrierten sich auf die Programmierung ihrer Software, erst vorsichtig kamen die ersten Kunden an Bord. „Wenn man früh viele Kunden gewinnt und das Produkt noch nicht geschärft ist, dann gehen diese Kunden auch schnell wieder“, sagt von Leitner.

Zu Beginn lief die Kartenmacherei neben Behns normalen Job, die ersten Kundenrückmeldungen lenkten das Produkt in die richtige Richtung. Für seinen Karten-Konfigurator etwa stand ein niedriger fünfstelliger Betrag aus eigenen Ersparnissen bereit – und parallel dazu eine Wunschliste mit etwa 100 Optionen, die das Programm erfüllen sollte. „Nach den 20 wichtigsten Features war aber einfach Schluss – und nachgebaut haben wir die anderen auch nie“, sagt Behn, „das Budget zwingt mich ganz klar zum Fokus. “

So zufrieden beide Gründer sich mit ihrem Weg zeigen – verteufeln wollen sie das Investoren-Modell keineswegs. Behn konnte für den Start auf etwas Erspartes aus seinem Beraterjob zurückgreifen, von Leitner erhielt noch einen staatlichen Gründerzuschuss – beides erleichterte den Start. Insbesondere bei Geschäftsmodellen wie Marktplätzen, auf denen ein „Winner-takes-all“-Modell vorherrscht oder hohe Investitionen in Technologie wichtig sind, kann fremdes Geld das Zünglein an der Waage sein.

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