Mit der Blockchain-Strategie hat die Bundesregierung unsere Kolumnistin überrascht. Nun müssen Start-ups den notwendigen Schwung für die Umsetzung liefern.

Was fällt Ihnen spontan zum Begriff Blockchain ein? Auf diese Frage antworten die meisten Leute mit dem gleichen Wort: Bitcoin. Das ist wenig überraschend, denn über Bitcoin wurde wegen des spannenden Kurs-Auf-und-Abs in den vergangenen Jahren viel berichtet –  über die vielen anderen Anwendungen, die Blockchain-Technologie nutzen, dagegen leider nur sehr wenig. Dabei ist Blockchain viel, viel mehr als Kryptowährungen wie Bitcoin. Die Blockchain hat in vielen Bereichen das Potenzial unsere Wirtschaft und auch unser Alltagsleben grundlegend zu verändern:  Weil alles, was einmal auf der Blockchain gespeichert ist, dort unveränderlich steht, kann davon der Logistiker, der seine Lieferkette überwachen will, ebenso profitieren wie der Hauskäufer, der eines Tages vielleicht nicht mehr zum Notar muss, um den Kaufvertrag unter Dach und Fach zu bringen. Die Blockchain schafft Vertrauen, spart Zeit – und Geld.

Verabschiedung einer Blockchain-Strategie

Das sehen inzwischen zum Glück nicht nur Blockchain-Nerds, Tech-Start-ups und Digital-Enthusiasten so, sondern auch die Bundesregierung. Die hat vergangene Woche eine “Blockchain-Strategie” verabschiedet. Eine bundesweite Strategie auf höchster Ebene für eine ziemlich junge Technologie, das ist ungewöhnlich – und eine große Chance. Die Regierungsinitiative kann der noch jungen Technologie den nötigen Schub verleihen, damit Deutschland eine weltweite Vorreiterrolle beim Einsatz und bei der Entwicklung der Blockchain einnimmt.

Das Wort “Start-ups” kommt auf den 24 Seiten der Strategie allerdings nur fünfmal vor. Das ist schon etwas enttäuschend, wenn man bedenkt, dass aktuell nach einer Bitkom-Umfrage nicht einmal jedes zwölfte Unternehmen in Deutschland mit 50 oder mehr Mitarbeitern zumindest über den Einsatz von Blockchain-Technologie diskutiert. Hauptgrund für diese Zurückhaltung sind mangelnde Expertise im Umgang mit möglichen Anwendungen und fehlende Use Cases. Gerade hier könnten Start-ups den notwendigen Schwung für eine Umsetzung der Strategie liefern, schließlich haben wir hierzulande eine ganze Reihe von spannenden Blockchain-Start-ups aus völlig unterschiedlichen Bereichen.

Blockchain und Künstliche Intelligenz

So bietet ZkSystems eine Blockchain-basierte Lösung, mit der die Besitzer von Maschinen diese an Dritte verleihen können. Dabei wird die Nutzung präzise auf einer Blockchain getrackt und kann so mit einem Pay-per-Use-Verfahren abgerechnet werden. Und nicht nur Nutzer und Verleiher können die Blockchain nutzen, auch Banken, Versicherungen oder andere Partner lassen sich an dieses Maschinennutzungssystem anschließen.

Etwas weiter geht die Lösung von Ocean Protocol. Hier werden keine Maschinen bereitgestellt, sondern Daten, die etwa für das Training von Künstlicher Intelligenz notwendig sind. Ziel ist es, mit Hilfe der Blockchain Daten-Silos aufzubrechen und Datenpools von Unternehmen freier, transparenter und fairer zur Verfügung zu stellen. Denn dank der Blockchain kann die Datennutzung getrackt, freigegeben und auch monetarisiert werden, wodurch Unternehmen einen Vorteil haben ihre Daten mit anderen zu teilen.