Personalmanager Thijmen Klompmaker sagt: „Wir haben hier viele offene Räume. Das führt dazu, dass sich viele Leute oft miteinander unterhalten.“ Ein selbstgebautes Holzhaus im Büro dient als weiterer Konferenzbereich. Nur an den Schreibtischen, die nicht fest an bestimmte Mitarbeiter vergeben sind, herrscht Flüsterpflicht.

Homeoffice? Mach’s halt!

Klompmaker wirbt in euphorisch getexteten Stellenanzeigen nicht nur mit dem spaßigen Leben im Unternehmen, sondern auch mit der liberalen Anwesenheitspolitik. „Es ist bei uns kein Problem, mal einen Tag zu Hause zu bleiben und von dort zu arbeiten“, sagt der 29 Jahre alte Personaler. Und wenn es doch ein spontanes Meeting gibt? „Na, dann schaltest du dich halt über Google Hangout dazu.“ Etwa die Hälfte der Mitarbeiter wohnt in Amsterdam, die halbstündige Zugfahrt bezahlt ihnen übrigens ihr Arbeitgeber – vielleicht auch als Anreiz, damit alle möglichst oft ins Büro kommen.

Personalmanager Klompmaker beteuert, nicht besonders strategisch vorzugehen, um die Start-up-Atmosphäre beizubehalten. Das Team ist im Schnitt 27, 28 Jahre alt, zumeist männlich, weiß und niederländisch. Einige von ihnen waren mal in Beratungsfirmen wie McKinsey, vorher Freiberufler oder in anderen Start-ups beschäftigt. „Diese Mischung war nicht unbedingt geplant, sie kam einfach so.“ Künftig muss Klompmaker die Augen noch offener halten und international rekrutieren. Entwickler sind ohnehin Mangelware, im kleinen Holland jedoch erst recht – nur eine handvoll Universitäten bilden überhaupt Informatiker aus.

Blendle muss sich fortlaufend Neues ausdenken, um die Nerds bei Laune zu halten. Fest ins Programm gehören auch gemeinsame Reisen des kompletten Teams: Zweimal im Jahr mieten sich alle in einem Ferienpark ein. Arbeit sei dann verboten, sagt Klompmaker. Pflichtprogramm hingegen: Ein angemieteter Bungalow wird zum Partyhaus.