Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Black Semiconductor, Sebastian Schall und Daniel Schall, an. Ihre Technologie vervielfacht das Tempo bei der Datenübertragung. Wie urteilt Investor Herbert Mangesius?

Daniel, Sebastian, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Bis heute können Chiphersteller elektronische Schaltungen gar nicht oder nur unter Kompromissen mit optischen Schaltungen etwa zur Datenübertragung kombinieren. Wir entwickeln eine Technologie, mit der wir optische Schaltungen direkt auf beliebigen elektronischen Schaltungen herstellen können. Photonik für jeden Mikrochip also. Ein solcher Chip kann bis zu 10.000 Mal leistungsfähiger sein als ein heutiger und ermöglicht künstliche Intelligenz auf einem neuen Niveau.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Daniel hat über die Technik promoviert. Auch hatten wir immer geplant, ein Start-up zu gründen. Da lag es auf der Hand, die Idee umzusetzen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Chiphersteller können halbfertige Halbleiter zu uns schicken, wir integrieren die photonischen Elemente. Zudem können Hersteller mit eigener Produktion unsere Technologie lizenzieren. Dass die Teilelemente funktionieren, haben wir demonstriert. Aktuell entwickeln wir die Technik, um sie auf Elektronik zu integrieren. Wir bauen in den nächsten sieben Jahren schrittweise unsere Fertigungslinie auf und gehen von Investitionen im Bereich einiger Hundert Millionen Euro aus. Erste Bauteile aber vermarkten wir schon in den nächsten Monaten.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …von Kreativität und der Lust am Neuen geprägt. Wir knacken hier ja ein richtig hartes technisches Problem.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben im Team Mitarbeiter etwa aus Belgien, Finnland, dem Iran, der Türkei und Bangladesch.

Was war euer größter Rückschlag?
Manchmal fallen Maschinen aus. Da wir keine teuren Wartungsverträge mit den Herstellern haben, dauert es mitunter Monate bis zur Reparatur.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann stehen wir kurz davor, in den Massenmarkt zu gehen, und haben eine Milliardenbewertung.

Fakten zum Start-up

Kunden: Interesse von Chipherstellern aus aller Welt
Finanzierung: Fördermittel, erste Wagniskapitalrunde läuft
Gründung: 2020 in Aachen
Mitarbeiter: 12

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Photonik und Elektronik in skalierbarer Fertigung zu verbinden, das ist die Zukunft. Wenn Black Semicon das schafft, könnten sie die Basis einer neuen Chipindustrie in Europa begründen.“
Herbert Mangesius, Raketeningenieur und Partner beim Münchner Wagniskapitalfinanzierer VSquared Ventures

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