Und er hat noch andere Tipps für Gründer, die wie Runtastic ohne Risikokapital eine App bauen wollen, die bislang 140 Millionen Mal installiert wurde und immer noch täglich 150.000 Mal heruntergeladen wird: Networking ist wichtig, aber man sollte sich genau überlegen, auf welchen Veranstaltungen man seine Zeit verbringt. Wer kein Kapital aufnimmt muss sein Geld vorsichtiger ausgeben. Doch ohne große Marketingbudgets ist man gezwungen, Mundpropaganda zu bekommen und entwickelt eher Features wie Runtastic, die die Nutzer animieren, das Produkt und seine Nutzung bei Facebook bekannt zu machen.

Genau diese Fähigkeit, die Zielgruppe zu erreichen und zu überzeugen war auch einer der wesentlichen Gründe dafür, dass Adidas 220 Millionen Euro für das Start-up gezahlt hat. „Wir waren an den Nutzern interessiert“, sagt Adidas-Chef Herbert Hainer, der im Gegensatz zu all den anderen in Jeans und dunkelblauem Pullover die Bühne betritt. Aber Lederhosen hätten auch nicht so gut mit den schwarzen Adidas-Sneakern harmoniert. Erstaunlich offen ist Hainer dann in einem weiteren Punkt: „Wir wollten auch das Know-how der Leute, die sind in gewisser Hinsicht besser als die bei uns.“ Und so sollen die Runtastic-Macher auch weiterhin so unabhängig wie möglich agieren, sagt Hainer. „Wenn wir sie in das Unternehmen integrieren, würden wir ihre Kultur zerstören.“

 Verfolgen Sie Bits & Pretzels hier im Livestream.