Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Bina, Zachary Bowen, Noam Gerstein (v. l.) und John Hall (nicht im Bild), an. Sie baut eine Lernumgebung komplett über Browser und Apps auf. Wie urteilt die Investorin?

Noam, Zachary, John, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir starten eine internationale Grundschule für Familien weltweit, die komplett digital funktioniert. Unsere Lehrer unterrichten drei Stunden täglich per Videokonferenz kleine Klassen mit vier bis acht Schülern. Um den Unterricht bauen wir ein System an Lern-Apps, die sich auf jeden Schüler individuell einstellen. Hat er mit der Multiplikation Probleme, konzentriert sich das Programm darauf, bis er sie beherrscht. Alles ruft der Schüler zentral in einem Browserfenster auf. Die Eltern erhalten basierend etwa auf so erkannten Talenten der Kinder Tipps, wie sie sie fördern können. Wir unterrichten nach internationalem und US-Lehrplan in Englisch, nehmen aber weitere Sprachen und nationale Lehrpläne auf.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Noam hat vor zehn Jahren ihr Start-up in Israel verkauft, wollte danach etwas bewegen. Sie merkte schnell, dass das mit Bildung zu tun haben sollte. Sie reiste sieben Jahre von Land zu Land, interviewte Tausende Lehrer, Schüler, Eltern und Mitarbeiter in den Bildungsbehörden.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir nehmen wie Privatschulen Schulgeld – 225 Euro pro Woche. Künftig wollen wir aber unsere Methodik und Technik in einem Abo an klassische Schulen und Nichtregierungsorganisationen wie die UN lizenzieren. Oder an Konzerne, für Mitarbeiter mit Familie.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Familiär. Wir tun etwas unglaublich Schwieriges. Da gehen Dinge schief. Wir helfen uns, wenn das passiert.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind gerade etwas mehr Frauen als Männer, aber extrem multikulturell.

Was war euer größter Rückschlag?
Als wir Ende Juli einen großen Testlauf unseres Systems mit 20 Schülern aus Europa, Afrika und Nahost gemacht haben, streikten plötzlich unsere Server. Das war so frustrierend. Dafür haben wir viel daraus gelernt.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist Bina weltweit vertreten.

Fakten zum Start-up

Kunden: Erste kurze Lerneinheiten für 20 Schüler
Finanzierung: Berliner und EU-Fördermittel, laufende Einnahmen über Schulgeld. Eine erste Finanzierungsrunde läuft.
Gründung: 2019 in Berlin
Mitarbeiter: 12

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 5/5

Urteil: „So oder so ähnlich stelle ich mir die Schule der Zukunft vor. Ich selber bin als Kind viel umgezogen, musste mich immer wieder an neue Schulkonzepte anpassen – Bina wäre für mich bestens geeignet gewesen.“
Gesa Miczaika war die erste Mitarbeiterin beim Limousinen-Unternehmen Blacklane. Heute leitet sie mit zwei Partnerinnen den Start-up-Investor Auxxo.

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