Das Wiener Start-up will mit „digitalen Zwillingen“ von Gebäuden die Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen bei Neubauten erleichtern.

Ob Bauzeichnungen, Aufträge für Subunternehmen oder Berechnungen zur Statik: Beim Neubau von Häusern fallen eine Reihe von Daten an. Diese zusammenzuführen, hat sich BIMspot zur Aufgabe gemacht. Das Wiener Start-up entwickelt eine Online-Plattform für digitale Gebäudedatenmodelle. Die in der Cloud gespeicherten „digitalen Zwillinge“ sollen sicherstellen, dass alle Beteiligten mit denselben Daten hantieren – und so die Zusammenarbeit zwischen Immobilienentwicklern, Planern und Bauunternehmen vereinfachen.

Noch vor dem Marktstart das Proptech nun institutionelle Investoren für sich gewonnen – darunter BitStone. Die in Köln ansässige Venture-Capital-Tochter der Immobilien-Investmentfirma Art-Invest Real Estate hat sich seit der Gründung Ende 2017 an mehreren Unternehmen der Tech- und Immobilienbranche beteiligt. Dazu zählen etwa der Bürovermittler Sharednc, das Verwaltungstool Vermietet.de sowie das Virtual-Reality-Start-up Inreal Technologies, das virtuelle Besichtigungen von geplanten Neubauten ermöglicht.

Beteiligt an der Finanzierungsrunde von BIMspot waren BitStone zufolge zudem der Frühphaseninvestor i5invest und die Haselsteiner Familienprivatstiftung, die zu Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner gehört, beteiligt. Der Umfang des Investments wurde nicht genannt. Das Start-up gibt an, mit dem Investment die Produktentwicklung vorantreiben zu wollen.

Risiken minimieren

Ziel sei eine Cloud-Plattform, die Gebäudedaten zentral speichert – unabhängig von der verwendeten Software und dem jeweiligen Datenformat. Jede Bearbeitung oder Änderung am Modell soll für alle Beteiligten verfügbar und nachvollziehbar sein. „Viele Prozesse in der Planung und Errichtung laufen derzeit parallel und bieten hohes Risiko für Fehler und Probleme“, sagt BIMspot-Mitgründer Geschäftsführer. „Durch eine zentrale und organisierte Bereitstellung der Information und Optimierung der Prozesse können wir Fehlerkosten und Projektrisiken senken.”

Ähnliche Ziele verfolgt Capmo. Das Münchener Start-up, das Ende vergangenen Jahres 1,8 Millionen Euro von Investoren erhalten hat, will das Projektmanagement in der Immobilienwirtschaft digitalisieren. Auch bei der Lösung ist die zentrale Datenspeicherung der Schlüssel – allerdings binden sich die Beteiligten an die Software des Proptechs. Auf das Erstellen „digitaler Zwillinge“ für Bestandsgebäude ist indes NavVis spezialisiert.