Dafür stellen die Initiatoren reichlich Kapital bereit. „Das Geld, was wir über die Kartenmacherei verdienen, werden wir wieder in Better reinvestieren“, sagt Behn. Über die nächsten fünf bis zehn Jahre sollen so etwa 100 Millionen Euro zusammenkommen. Trotz großzügiger Finanzierungslage will Behn jedoch weiterhin kritisch bleiben, was große Investitionen angeht – schließlich wurde die Kartenmacherei ohne Investorengelder aufgebaut. „Auch wenn Geld nicht unsere knappste Ressource ist, werden wir das Geld nicht zum Fenster herausschmeißen“, sagt Behn.

Eine größere Herausforderung: Die richtigen Köpfe für die einzelnen Projekte zu finden. Wie in einem Company-Builder sollen sogenannte Entrepreneur-in-Residence zu Better stoßen, die als angestellte Unternehmer eine Idee nach vorne treiben. An einem möglichen Erfolg sollen sie dann wahrscheinlich über virtuelle Anteile teilhaben. „Es gibt genügend Leute, die von erfahrenen Gründern lernen und mit uns wachsen wollen“, ist Behn zuversichtlich.

Mit dem Aufbau des Company-Builders setzt Behn auch den eigenen Wunsch um, sich wieder mehr mit neuen Ideen zu beschäftigen. „Was mich reizt, ist, besser im Aufbauen von Unternehmen zu werden“, sagt Behn. Ganz einfach war der Abschied vom Kartenmacherei-Tagesgeschäft nicht: Erst nach und nach fanden Behn und sein Bruder Mitarbeiter, die sie ersetzen konnten – seine Frau, die den Kreativbereich der Kartenmacherei verantwort, wechselt erst in diesen Wochen zu Better. An die neue Aufgabenteilung mussten sich alle Seiten gewöhnen: „Im Weihnachtsgeschäft sind wir noch einmal richtig reingerutscht“, berichtet Behn.