Die Schwarm-Finanzierung von Immobilienprojekten legt kräftig zu. Die Commerzbank-Tochter sichert sich jetzt ein knappes Viertel an dem Portal.

Eine Pflegeimmobilie vor den Toren Berlins, eine Residenz auf Rügen oder ein Chalet in Kitzbühel: Ab wenigen Euro Einsatz können sich Privatanleger über das Crowdinvesting-Portal Bergfürst an größeren Immobilienprojekten beteiligen. Das verspricht relativ hohe Zinsen, bringt aber auch ein erhöhtes Risiko mit sich.

Die Commerz Real, der Asset- und Investmanager der Commerzbank-Gruppe beteiligt sich jetzt mit 24,9 Prozent an Bergfürst. Damit wird Commerz Real nach eigenen Angaben der zweitgrößte Anteilseigner hinter dem Bergfürst-Gründer Guido Sandler. Wie viel Geld für die Beteiligung geflossen ist, wollen die Beteiligten nicht verraten – es sei jedoch ein „signifikanter Betrag” geflossen.

Günstig dürfte der Deal nicht gewesen sei: „Bergfürst hat bewiesen,, dass sie ein sehr attraktives und profitables Geschäft aufgebaut haben“, sagte Commerz-Real-Vorstandschef Andreas Muschter heute in einer Telefonkonferenz – und sprach von längeren Verhandlungen.

Schwung bei den Schwarmfinanzierungen

Die traditionell aufgestellte Investment-Manager will so von einem wachsenden Segment profitieren und lernen. Unter den verschiedenen Möglichkeiten des Crowdinvesting machen Schwarmfinanzierungen in Immobilien mittlerweile 71 Prozent aus, wie ein Branchenreport in der vergangenen Woche aufschlüsselte. Zudem legte dieses Segment im Jahresvergleich mit Abstand am stärksten zu und wuchs um mehr als 60 Prozent.

Damit dürften mehr als 200 Millionen Euro über Portale wie Bergfürst, Exporo oder Zinsland investiert worden sein. Bergfürst will dank des frischen Kapitals nun deutlich stärker wachsen. Seit einer Umstellung des Geschäftsmodells Ende 2013 wurden 53 Immobilienprojekte finanziert, im Schnitt wurde etwa eine Million Euro pro Projekt von Nutzern eingesammelt.

Mehr und größere Projekte sollen auf die Plattform

Nun solle sich Geschwindigkeit, Anzahl und Volumen je Emission deutlich erhöhen. „Zudem profitieren wir von der Expertise des führenden Asset Managers der Immobilienbranche und natürlich wird sich diese Kooperation auch vertrauensbildend im Hinblick auf unsere Neukundengewinnung auswirken“, sagt Mitgründer Guido Sandler. Dafür will man zukünftig auch im Vertrieb mit der Commerz Real zusammenarbeiten.

Die Banktochter wiederum will auch von der agilen Entwicklung des Fintechs Bergfürst lernen, das gerade einmal 20 Mitarbeiter beschäftigt: Es handle sich vorrangig um ein strategisches Investment, heißt es von Seiten der Commerz Real.